Der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel sitzt seit Ende Februar in der Türkei in Untersuchungshaft. Foto: dpa

Eine Stunde lang hat der deutsche Generalkonsul am Donnerstag den in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel besuchen dürfen. Bei dem Besuch konnte er sich einen Eindruck von den Haftbedingungen und Yücels Gesundheitszustand machen.

Istanbul - Der deutsche Generalkonsul in Istanbul hat den „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel zum zweiten Mal in Untersuchungshaft besucht. „Es ist gut, dass der deutsche Generalkonsul Georg Birgelen heute Deniz Yücel über eine Stunde lang in der Haft besuchen und ein längeres Gespräch mit ihm führen konnte“, hieß es am Donnerstag aus dem Generalkonsulat in Istanbul.

„Er konnte sich einen Eindruck von den Haftbedingungen und dem Gesundheitszustand machen“, hieß es. Details nannte das Generalkonsulat nicht. Bereits Anfang April hatte Birgelen den deutsch-türkischen Journalisten im Gefängnis Silivri westlich von Istanbul besucht.

Yücel war am 27. Februar verhaftet worden, davor befand er sich zwei Wochen in Polizeigewahrsam. Ihm werden Volksverhetzung und Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Gülen-Bewegung vorgeworfen. Ankara macht die Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich. Das Auswärtige Amt hatte die Besuchserlaubnis für Yücel begrüßt, aber auch gefordert, den Journalisten freizulassen.

Die Übersetzerin Mesale Tolu Corlu, die Anfang Mai wegen Terrorvorwürfen verhaftet wurde, erhielt bislang noch keine konsularische Betreuung, obwohl die Bundesregierung Zugang gefordert hatte. Anders als Yücel, der einen deutschen und einen türkischen Pass besitzt, hat Tolu nur die deutsche Staatsangehörigkeit.

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