Die vier Degerlocher Rotkreuzler schossen im Vierer-Wok durch die Olympia-Bobbahn im österreichischen Innsbruck. Foto: privat

Vier Rotkreuzler rutschen bei einem Wok-Rennen auf der Olympiabahn in Innsbruck auf den dritten Platz.

- Der Trick ist die Gewichtsverteilung. Vorne sitzen die schweren, hinten die leichten. In die letzte Pfanne setzte sich also Rajesh Sadanandan, vor ihm nahm Michael Staudenmaier Platz. Aber wer sollte an der Spitze sitzen, dort, wo einem der Wind im Eiskanal am heftigsten um die Nase pfeift? „Da geht es um Herz, Mut und Cojones“, sagt Manfred Steixner.

Cojones, das ist spanisch für Eier, und die dicksten hat Steixner selber. „Natürlich“, sagt er. Julien Perret blieb nur der zweite Topf. Aber eigentlich ist das auch wurscht. Anschieben, lenken, das konnten die Degerlocher Rotkreuzler ohnehin nicht auf der Olympiabahn in Innsbruck. „Man setzt sich rein und hofft, sich nicht zu überschlagen“, sagt Perret.

Stefan Raab hat’s erfunden, der Tausendsassa des Unterhaltungsfernsehens. 2003 warf sich der Moderator in der Sendung „Wetten, dass...?“ mit einem Wok in den Eiskanal, nur um kurze Zeit später aus der Idee eine eigene Sendung zu basteln: die Wok-WM. 2012 veranstaltet der Fernsehsender Pro 7 die zehnte Auflage.

Aber nicht nur Promis und solche, die es gerne wären, können in dem chinesischen Kochgerät durch die Steilwandkurven schlittern, sondern auch ganz, ganz normale Menschen – wie die vier Mitglieder der DRK-Bereitschaft in Degerloch. Mit 25 anderen Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz trafen sie sich am vergangenen Wochenende, um unter sich den Meister im Vierer-Wok auszurutschen.

Veranstalter war der österreichische Verein „Wirtschaft hilft Kindern“. Das Startgeld wurde an hilfsbedürftige Kinder in Tirol gespendet, immerhin 2600 Euro. Der gute Zweck heiligt die Mittel, dachten sich die Initiatoren, auch wenn das Mittel letztlich im Autobahntempo durch die Lichtschranke schoss.

Die Degerlocher holten sich den Geschwindigkeitsrekord. „101 in einem Suppentopf ist ganz schön ordentlich“, sagt Steixner. Im zweiten Lauf waren sie mit einer Minute und 8,4 Sekunden auch die schnellsten auf der 1270 Meter langen Bahn. Was wohl weniger am Können lag, sondern eher an der Startreihenfolge. Die Teams vor ihnen hatten die Bahn mit dem Blech unter ihren Hintern blank poliert und es wurde immer kälter, was beides von Vorteil war. Am Ende reichte es so für den dritten Gesamtrang.

Bleibt die Erkenntnis, dass sie auf einen erfahrenen Teilnehmer hätten hören sollen. „Nicht ungepolstert auf dem Metall sitzen, hat der gemeint“, sagt Perret. Er wusste, warum das so ist. So hätten sie sich die handtellergroßen blauen Flecken an den Schenkeln erspart.

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