Daniel Radcliffe (li.) und Agent Rex Dasher: Zwei Freunde der Stirnhaarwelle.Foto:Concorde Foto:  

Als Harry Potter wurde Daniel Radcliffe weltberühmt. Nun leiht er seine Stimme einer Figur im Kinoneustart „Playmobil – Der Film“.

Stuttgart - Zehn Jahre alt war Daniel Radcliffe, als er in der BBC-Produktion „David Copperfield“ erstmals vor einer Kamera stand. Der „Harry Potter“-Hype aber erreichte ganz andere Dimensionen. Im Gespräch gibt er zu, wie froh er ist, dass nach dem „Playmobil“-Film nicht wieder Spielzeug mit seinem Gesicht in den Handel kommt.

Mr. Radcliffe, Sie sprechen in „Playmobil – Der Film“ in der Originalversion einen eleganten Spion. Da diente doch sicherlich James Bond als Vorbild, oder?

Aber selbstverständlich. Ich bin eigentlich wirklich schlecht im Imitieren. Aber als ich mich um diese Sprecherrolle beworben habe, habe ich für die Stimmproben zumindest versucht, Roger Moore so nahe wie möglich zu kommen.

Warum gerade Moore?

Na, in Sachen geschmeidig und charmant gab es doch keinen Bond, der ihm das Wasser reichen konnte, oder? Außerdem habe ich ihn mehr verinnerlicht als alle anderen. Wer in England sonntags den Sender ITV einschaltet, kommt um Roger Moore als 007 eigentlich nicht herum. Das war schon immer so.

Müssten Sie nicht eher ein Fan von Pierce Brosnan sein?

Das bin ich selbstverständlich auch, wo denken Sie hin? Pierce ist der James Bond meiner Generation. Aber er war eben nicht nur elegant, sondern erweckte auch den Eindruck, in jedem Kampf die Nase vorn zu haben. Brosnan hat für mich vor allem eine persönliche Bedeutung, denn er spielte die Hauptrolle in meinem allerersten Film „Der Schneider von Panama“. Im Rückblick bin ich immer noch begeistert, wie nett er damals zu mir war – und dass er sogar ohne Murren Autogramme für meine gesamte Klasse schrieb!

Demnächst wird ja wohl ein neuer Bond gesucht. Wäre das nicht was für Sie?

Oh, ich fürchte, ich bin viel zu nerdig und neurotisch, um James Bond zu spielen. Und ich habe viel zu viele Selbstzweifel. Die Playmobil-Variante von 007 passt deswegen deutlich besser zu mir.

Hatten Sie früher selbst Playmobil in Ihrem Kinderzimmer?

Ich hatte ein großes Boot, das Krankenhaus und einen Helikopter. Alles verpackt in irgendeiner Kiste bei meinen Eltern, damit ich das später mal wieder hervorholen kann, wenn ich selbst Kinder habe. Denn wie ich bei meinen beiden Patensöhnen sehe, spielen Kinder ja zum Glück auch heute noch mit echtem Spielzeug, nicht nur digital. Selbst der ältere, der bald 13 wird, hat noch Spielzeug, was mich wirklich freut. Auch wenn mich solche Aussagen echt alt klingen lassen.

„Harry Potter“ sei Dank gibt es Sie selbst schon seit vielen Jahren als Spielzeug, in unterschiedlichsten Varianten. Was ist das eigentlich für ein Gefühl?

Ein sehr bizarres, und so ganz gewöhnt man sich nie daran. Die Figur Rex Dasher bei „Playmobil – Der Film“ ist jetzt etwas anderes, die soll ja nicht aussehen wie ich. Rex könnte ich sogar meinen Patensöhnen schenken. Bei den ganzen „Harry Potter“-Sachen war mir das viel zu seltsam. Ich wollte nichts verschenken, wo mein Gesicht auf der Packung ist. Aber insgesamt habe ich meinen Frieden gemacht mit der Sache und erinnere mich auch schon kaum mehr, wie es war, bevor ich in Spielzeug- und anderen Geschäften auf der ganzen Welt zu finden war. mittlerweile gibt es ja auch noch sehr viel Seltsameres.

Nämlich?

Ich meine vor allem den Harry-Potter-Bereich in den Freizeitparks der Universal Studios. Dort gibt es mich als Hologramm, für immer konserviert in meiner Gestalt als 19-jähriger. Daran werde ich mich mit ziemlicher Sicherheit nie gewöhnen.

Waren Ihre Patensöhne schon mal dort?

Nein, aber meine Freundin. Eine Freundin von ihr ist ein riesiger „Harry Potter“-Fan, also hatte ich ihnen diesen Trip organisiert. Alle anderen Besucher müssen sie für vollkommen verrückt gehalten haben, denn sie brach ständig in Gelächter aus, wenn sie irgendwo wieder mein Bild entdeckte. Überhaupt kam es schon manches Mal vor, dass meine Freundin für einen durchgeknallten Fan gehalten wurde. Sie erzählt gerne davon, wie sie mir mal ein Päckchen schicken wollte und bei der Post alle mitleidig schauten, als sie sahen, dass das Paket an Daniel Radcliffe adressiert ist.

Haben Sie selbst denn alles aufgehoben und gesammelt, was es an Spielzeug und Merchandise mit Ihrem Antlitz gab?

Um Gottes Willen, nein. Das eine oder andere habe ich sicherlich noch irgendwo. Vor allem die Actionfiguren. Aber das meiste, was ich zur Verfügung gestellt bekam, habe ich an Freunde mit Kindern verschenkt. Eine Sammlung meiner selbst in meinen eigenen vier Wänden zu haben, würde sich dann doch etwas befremdlich anfühlen.

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