Die Rabattaktion der Daimler-Tochter My Taxi ist der Branche ein Dorn im Auge. Die Auseinandersetzung wird jetzt vor Gericht fortgeführt Foto: dpa

Exklusiv - Die Daimler-Tochter My Taxi hat Kunden auf Fahrten 50 Prozent Rabatt gewährt. Dagegen ist die Stuttgarter Vermittlungszentrale per einstweiliger Verfügung vorgegangen und erhält dabei bundesweit Unterstützung. Jetzt wehrt sich der Konzern dagegen.

Stuttgart - Die Auseinandersetzung zwischen der deutschen Taxi-Branche und Daimler erreicht die nächste Stufe. Der Konzern geht gegen die einstweilige Verfügung vor, die die Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart gegen die Daimler-Tochter My Taxi erwirkt hat. Der Verhandlungstermin am Stuttgarter Landgericht steht bereits fest.

My Taxi hatte bundesweit und international mit Rabatten für Kunden von 50 Prozent geworben. Die Taxi-Zentrale hat dies unterbinden lassen, weil sie glaubt, die Aktion verstoße gegen das Personenbeförderungsgesetz. In Deutschland gelten feste Tarife für Taxifahrten.

Ein Daimler-Sprecher hält sich auf Anfrage bedeckt: „Wir können bestätigen, dass die einstweilige Verfügung des Landgerichts Stuttgart bei uns eingegangen ist.“ Man halte sich „selbstverständlich an gesetzliche Vorgaben“, prüfe nun aber die nächsten Schritte. Darüber hinaus wolle man sich zu dem laufenden Verfahren nicht äußern.

Gleichwohl hat der Konzern bereits eine umfangreiche Erwiderung beim Landgericht eingereicht und beantragt, die einstweilige Verfügung aufzuheben. Der Termin für eine mündliche Verhandlung steht schon fest. Die beiden Kontrahenten werden sich am 1. Juni vor Gericht treffen. Zwar ist die Rabattaktion inzwischen ausgelaufen, aber MyTaxi will offenbar auch im Nachhinein deren Rechtmäßigkeit feststellen lassen – eventuell auch für künftige Fälle.

Derweil bekommt die Stuttgarter Taxi-Zentrale bundesweit Verstärkung. „Bei uns melden sich viele andere Taxi-Zentralen, die sich der Klage anschließen wollen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Murat Arslan. Anfragen habe es unter anderem aus Berlin, Leipzig, Hamburg und Frankfurt am Main gegeben. Die Branche befürchtet bundesweit, dass Aktionen wie die von My Taxi die herkömmlichen Vermittlungszentralen Kunden kosten und das Gewerbe insgesamt schwächen.

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