Der „Día de Muertos“ hat religiöse Wurzeln. Foto: AP/Ginnette Riquelme

Der „Día de Muertos“ wurde in Mexiko schon vor der Ankunft der Spanier gefeiert. Durch Einflüsse aus Hollywood kamen gruselige Verkleidungen hinzu. Tausende zogen am Sonntag durch die Hauptstadt.

Mexiko-Stadt - Tausende Mexikaner haben am Sonntag in der Hauptstadt neben gigantischen Schädeln und Skeletten getanzt. Zum vierten Mal wurde der traditionelle „Tag der Toten“ in Form einer von Hollywoods Filmindustrie inspirierten Straßenparade gefeiert.

Der Umzug, inspiriert von der Eröffnungsszene des James-Bond-Streifens „Spectre“ mit Schauspieler Daniel Craig in Mexiko-Stadt, ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Bei dem Straßenzug am Sonntag waren enorme, bunt angemalte Puppen in Form von Xoloitzcuintli zu sehen, einem haarlosen Hund, der von prähispanischen Gesellschaften verehrt wurde. Als Skelette verkleidete Tänzer bewegten sich zur Musik von Blaskapellen. Die an Karneval erinnernde Atmosphäre stand im Kontrast zu dem lange Zeit im Privaten gefeierten Tag der Toten.

Religiöse Wurzeln

Der „Día de Muertos“ hat religiöse Wurzeln: Vor der Eroberung durch die Spanier widmeten die Azteken den Großteil des Augusts der Göttin des Todes, Mictecacihuatl. Im Glauben einiger indigener Gemeinden könnten Menschen ihre verstorbenen Familienmitglieder am Altar oder in Höhlen kontaktieren. Durch die Unterdrückung des indigenen Glaubens durch die Spanier rückte die Feier in die Nähe von katholischen Feiertagen wie Allerheiligen, der am 1. November gefeiert wird und an dem ebenfalls der Toten gedacht wird.

Mexikanische Familien, die die Tradition wahren, bauen zum „Día de Muertos“ Altäre für ihre Vorfahren. Sie zünden Kerzen an und stellen Blumen neben die Bilder ihrer verstorbenen Familienmitgliedern, sowie deren Lieblingsgericht.

Hollywood-Adaptionen wie der Disneyfilm „Coco“ (2017) haben die internationale Aufmerksamkeit erneut auf den Feiertag gelenkt, der im Lauf der vergangenen Jahrzehnte in Mexiko etwas an Bedeutung verloren hatte. Die Feier in Mexiko-Stadt umfasst den Tag der Toten, Halloween und Allerheiligen und dauert insgesamt mehr als zwei Wochen.

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