Noch bis Sonntagabend dauert das CSD-Kulturfestival. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Nach der kunterbunten Parade durch die Stuttgarter Innenstadt feiert die Regenbogen-Community auf dem Markt- und Schillerplatz weiter. Das Kulturfestival zum Christopher Street Day dauert noch bis Sonntagabend.

Stuttgart - Zumindest bis zum Ende der Kundgebung hält noch das Wetter. Doch in dem Moment, als Christoph Michl, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft CSD, seine Abschiedsworte „Happy Pride“ in die Menge ruft, kommt der Regen. Die Tausenden Besucher des diesjährigen Christopher Street Days (CSD) in Stuttgart stört dies herzlich wenig: Sie tanzen auf dem Schillerplatz im Regen.

Nach der großen Parade vom Erwin-Schoettle-Platz aus durch die Stuttgarter Innenstadt hat am frühen Samstagabend die CSD-Hocketse rund um den Marktplatz und den Schillerplatz begonnen. Noch bis Sonntagabend wird dort gefeiert. Diverse Musiker treten auf – darunter auch die belgische Dance-Sängerin Kate Ryan –, außerdem gibt es Gedenkaktionen sowie ein Kinderprogramm. Das gesamte Wochenende über informieren zusätzlich diverse Initiativen über ihre Arbeit. Und am Sonntag werden um 16.40 Uhr auf der Marktplatz-Bühne die besten Formationen der Parade gekürt.

Sechs Kulturinstitutionen teilen sich Schirmherrschaft

Bevor die Hocketse am Samstag offiziell begonnen hat, betonte Christoph Michl in seiner Rede, dass dieses Jahr nicht wie jedes andere sei: „Dieser CSD findet genau 50 Jahre nach den Stonewall-Revolten in der Christopher Street in New York statt.“ Damals, im Jahr 1969, wurde der Grundstein für die Gleichberechtigung und Akzeptanz der LSBTTIQ-Gemeinschaft gelegt. Zehn Jahre später zog Stuttgart nach; 1979 gab es in der baden-württembergischen Landeshauptstadt erstmals einen sogenannten Homobefreiungstag mit rund 400 Teilnehmern.

Aus diesem Grund hat in diesem für die Regenbogen-Community sehr besonderen Jahr auch keine Partei die Schirmherrschaft über den CSD, wie es sonst üblich ist. Stattdessen teilen sich das Kunstmuseum, das Hotel Silber, das Stadtpalais, die Stuttgarter Staatstheater, das Stadtarchiv und der Württembergische Kunstverein die Schirmherrschaft. Diese sechs Institutionen haben in den vergangenen Jahren Zeichen für Vielfalt gesetzt.

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