Der zurückgetretene Grünen-Politiker Volker Beck. Foto: dpa

Die Grünen haben bei Drogen eine liberalere Haltung als andere Parteien. Doch der Fall des Bundestagsabgeordneten Volker Beck kommt für Ministerpräsident Kretschmann zur Unzeit.

Berlin/Stuttgart - Der mutmaßliche Drogenfund bei dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck versetzt in der Wahlkampf-Endphase seine Parteifreunde im Südwesten in Unruhe. Winfried Kretschmann rügt Beck scharf. „Es ist ja schon ein schweres Fehlverhalten“, sagte der Ministerpräsident am Donnerstag. Auch die Grüne Jugend und Landwirtschaftsminister Alexander Bonde kritisierten Beck.

Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte den Fund von 0,6 Gramm „einer betäubungsmittelverdächtigen Substanz“; Berichten zufolge soll es sich um die synthetische Droge Crystal Meth handeln. Der Bundestagsabgeordnete ist in Stuttgart geboren und war dort am Anfang seiner politischen Karriere aktiv. Kretschmann sagte, er wisse nicht, ob sich die Vorwürfe auf die Landtagswahlen am 13. März auswirken.

Vermutungen seitens der Politik, der wachsende Leistungsdruck hätte Beck dazu bewogen, zu Crystal Meth zu greifen, widerspricht der Bayreuther Suchtforscher Roland Härtel-Petri gegenüber unserer Zeitung: „Das sind nur Schutzbehauptungen.“ Solche Aussagen schafften Nachahmer. Sie verleiteten Menschen mit Burn-out dazu, die Droge auszuprobieren. Gleichzeitig werde die Substanz verharmlost: „Es entsteht der Eindruck, das einzige Problem beim Konsum ist die Strafverfolgung.“ Auch die Drogen­beauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, bestätigt: „Crystal Meth ist eine hochgefährliche Droge.“ Die Bundesregierung habe eine halbe Million Euro zusätzlich für Präventionsprojekte bereitgestellt.

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