Die Universitätsklinik hatte die Patienten Ende März aufgenommen, nachdem die elsässischen Kliniken die Grenzen ihrer Behandlungskapazitäten für beatmungspflichtige Patienten erreicht hatten. Foto: dpa/Ralf Zwiebler

Das Land Baden-Württemberg unterstützt das benachbarte Elsass, das schwer getroffen ist vom Coronavirus. Zwei Patienten aus der Region geht es nun so gut, dass sie in ihre Heimat entlassen werden.

Ulm - Zwei an Covid-19 erkrankte Männer aus dem Elsass können in ihre Heimat zurückkehren. Der Gesundheitszustand der beiden Männer habe sich in den vergangenen Tagen erheblich verbessert, teilte die Universitätsklinik Ulm am Karfreitag mit. Eine Beatmung oder Behandlung der beiden Männer auf der Intensivstation sei nicht mehr nötig. „Wir freuen uns sehr, dass wir den beiden Patienten helfen konnten und sie nun nicht mehr intensivmedizinisch behandelt werden müssen“, erklärt Professor Dr. Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Ulm.

Die Universitätsklinik hatte die Patienten Ende März aufgenommen, nachdem die elsässischen Kliniken die Grenzen ihrer Behandlungskapazitäten für beatmungspflichtige Patienten erreicht hatten. Insgesamt nahm Baden-Württemberg mehr als 20 schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich auf.

Die Therapie verlief erfolgreich

Die beiden Elsässer, die zunächst in Colmar beziehungsweise Mulhouse behandelt wurden, mussten wegen des schweren Verlaufs ihrer Covid-19-Erkrankung zwei Wochen auf der Intensivstation am Universitätsklinikum Ulm maschinell beatmet werden. Die Therapie verlief erfolgreich, die Männer können nun wieder selbstständig atmen und auf einer Normalstation in Frankreich versorgt werden, wie eine Sprecherin der Uniklinik mitteilte.

Der Transport des ersten 60 Jahre alten Patienten fand am Morgen des Karfreitag statt. Der zweite Patient, ein 54-Jähriger, wird im Laufe des Vormittags verlegt. Anders als bei ihrer Ankunft per Helikopter können sie in Rettungswagen in ihre Heimat zurückgebracht werden. Um sich wieder an das selbstständige Atmen zu gewöhnen und sich von der schweren Erkrankung zu erholen, müssen die Patienten voraussichtlich noch ein bis zwei Wochen in einer französischen Klinik verbringen.

Die Uniklinik Ulm bereitet sich seit mehreren Wochen auf die besondere Krisenlage der Coronavirus-Pandemie vor. Intensiv- und Beatmungskapazitäten wurden erweitert. Aktuell werden am Universitätsklinikum 30 Covid-19-Patienten auf der Normalstation und 22 auf der Intensivstation versorgt (Stand: 9. April).

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