Eine Reisende in Peking versucht, sich mit Mundschutz vor der Infektion mit dem Coronavirus zu schützen Foto: dpa/Mark Schiefelbein

In China steigt die Zahl der Infektionen. Das müssen Sie über das neue Coronavirus wissen

Wuhan - In China breitet sich das neuartige Coronavirus weiter aus: Inzwischen gibt es 291 Personen, die aufgrund des Virus an einer Lungenkrankheit leiden. Sechs Infizierte sind gestorben. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Wann trat das Virus auf?

Am 31. Dezember berichteten die Behörden in der chinesischen Stadt Wuhan über 27 Fälle einer Lungenentzündung, bei denen der Verdacht auf eine neue Infektionsquelle im Raum stand. Am 9. Januar wurde ein neues Coronavirus namens 2019-nCoV als Ursache entdeckt. Der Ausbruch geht nach Experteneinschätzung auf einen Markt in Wuhan zurück.

Wie wird das Virus übertragen?

Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist bestätigt. So haben sich auch mehr als ein Dutzend Klinikmitarbeiter in China sowie Personen, die nicht auf dem Markt in Wuhan gewesen sind, mit 2019-nCoV angesteckt.

Kann man gegen das Virus impfen?

Einen Impfstoff gibt es nicht. Um die Ausbreitung zu stoppen, versuchen die chinesischen Behörden, die Desinfektion von Märkten, Kliniken, Bahnhöfen und anderen öffentlichen Orten zu verstärken. Die WHO hat Empfehlungen zur Vorbeugung und Kontrolle der Infektion versandt.

Welche Ausbreitung wird befürchtet?

Forscher vom Imperial College in London rechnen mit deutlich steigenden Infektionszahlen. Denn die Stadt Wuhan hat elf Millionen Einwohner, und es gibt viele Flugverbindungen dorthin. Nach Angaben des Portals Flightmapper.net bestehen derzeit zwar nur sechs Direktflüge von Wuhan in europäische Städte (Lüttich, Paris, Rom, Luxemburg, Moskau, London). Allerdings kann man von Wuhan mehr als 80 chinesische Flughäfen sowie Ziele in Fernost, Australien und den USA direkt erreichen. Dazu kommt, dass derzeit wegen des chinesischen Neujahrsfests viele Bürger unterwegs sind.

Wie reagiert man in Europa?

Die italienischen Behörden wollen Reisende, die aus Wuhan in Rom eintreffen, auf Symptome von 2019-nCoV kontrollieren. Die Inkubationszeit des Erregers beträgt etwa zwei Wochen. Der britische Virologe John Oxford weist darauf hin, dass ein Ausbruch anders abläuft als die Infektion mit einem Grippe-Erreger: „Das Virus verbreitet sich nicht so leicht. Und bislang gibt es auch keine Anzeichen, dass es auch nur annähernd vergleichbar schnell mutieren würden wie Influenza-Erreger.“

Kann sich das Coronavirus in Europa ausbreiten?

Ja, auch wenn das Europäische Zentrum für Krankheitsprävention (ECDC) betont, dass es dafür eine „geringe Wahrscheinlichkeit“ gebe. Bisher gebe es keine Hinweise auf eine „fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch“. Diese Einschätzung kann sich aber, wie das RKI betont, „aufgrund neuer Erkenntnisse kurzfristig ändern“. Sollte ein Fall in Deutschland auftauchen, würde der Kranke in einer Klinik in einem Zimmer mit Vorraum isoliert und behandelt. Bei einem weit verbreiteten Ausbruch kann Deutschland seinen nationalen Pandemieplan auslösen.

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