Für viele Schüler ist für die nächsten zwei Wochen Fernunterricht von zu Hause angesagt. Foto: dpa/Marijan Murat

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus steigt an Stuttgarter Schulen rapide. Stand Mittwochabend mussten inzwischen Klassen an 22 Schulen heimgeschickt werden. Bei der Stadt sieht man die Entwicklung mit Sorge.

Stuttgart - Seit Schulbeginn nach den Sommerferien schnellt die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus an Stuttgarter Schulen nach oben. Waren es am Montag noch sechs Schulen, so registrierte das Gesundheitsamt bis Mittwochabend 16 weitere Schulen, in denen die Schüler aus einer oder mehreren Klassen in die häusliche Quarantäne geschickt werden mussten, darunter drei Grundschulen und 13 weiterführende sowie berufliche Schulen. Das sind bisher in der Landeshauptstadt also insgesamt 22 Schulen. „Zumeist gehen die Infektionen von den Schülern aus“, berichtet Sven Matis, der Sprecher der Stadt Stuttgart, auf Anfrage unserer Zeitung. Von den Kitas seien Stand Mittwochabend nun sechs von Infektionen betroffen, eine Einrichtung mehr als am Montag..

Stadt und Gesundheitsamt bitten Bürger um sorgsamen Umgang

„Diese Zunahme erfüllt uns mit Sorge“, so Matis. „Die Entwicklung mag erwartbar gewesen sein. Gleichwohl nähern wir uns dem ersten kritischen Schwellenwert bei der 7-Tage-Inzidenz.“ Am Mittwochabend gab es laut Gesundheitsamt in Stuttgart 179 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage, das entspricht einem Wert von 29,3 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Die Vorwarnstufe tritt bei mehr als 35 in Kraft Neuinfektionen in Kraft, das bedeutet 215 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage. Allein an diesem Mittwoch registrierte das Gesundheitsamt 21 Neuinfizierte. Umso wichtiger sei es, jetzt wachsam und sorgsam zu sein, so Matis. „Das gilt auch in der Freizeit. Es liegt in unserer Hand, dass Kitas, Schulen, Läden, Cafés oder andere Treffpunkte uneingeschränkt offen bleiben.“

Für die Kinder, Erzieher, Schüler und Lehrer, die mit den infizierten Menschen in den Schulen und Kitas in direktem engen Kontakt standen, bedeutet das jedenfalls erst mal 14 Tage strenge häusliche Quarantäne.

Anmerkung: Am Mittwochabend hatte die Stadt – wie in unserer Online-Ausgabe zu lesen war – bereits von 22 betroffenen Schulen gesprochen, diese Aussage am Donnerstag jedoch korrigiert. Stand Donnerstagabend sind laut Gesundheitsamt 18 Schulen und sechs Kitas in Stuttgart betroffen.

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