Senioren sind besonders vom Coronavirus gefährdet. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Aus Baden-Württemberg kommt nun die zweite gute Corona-Nachricht in zwei Tagen. Nach einer Änderung der Berechnungsmethode ist die Zahl der Genesenen sogar höher als die der Infizierten.

Stuttgart - Am Mittwochabend hat das Sozialministerium bereits die zweite gute Corona-Nachricht in zwei Tagen verkündet. Basierend auf Zahlen des Landesgesundheitsamts stieg demnach die Zahl der von einer Corona-Erkrankung Genesenen sogar über die Zahl der insgesamt noch Infizierten. Am Vortag hatte erstmals die Zahl der neu Genesenen über der Zahl der neu Infizierten gelegen, weshalb die Netto-Infiziertenzahl gesunken war.

Dass es nun laut amtlicher Zählung sogar mehr Genesene als Infizierte gibt, liegt an einer Umstellung der Berechnungsmethode, wie das zuständige Landesgesundheitsamt schreibt. Demnach gilt als genesen, wer vor dem 24. März als infiziert gemeldet wurde oder wer nicht (mehr) im Krankenhaus ist oder dort behandelt werden musste. Auch nicht verstorbene Infizierte, die vor dem 10. März gemeldet wurden, gelten als genesen. Auch das Robert-Koch-Institut hat seine Berechnungsmethode umgestellt und meldet nun für ganz Deutschland erheblich mehr Genesene als noch am Vortag.

Die Verteilung von aktuell Infizierten und Genesenen hat sich somit binnen zwei Tagen massiv verändert, wie das folgende Schaubild zeigt:

Bei dieser erfreulichen Entwicklung muss berücksichtigt werden, dass die Dunkelziffer der Infizierten (aber vermutlich auch der Genesenen) hoch ist. Nicht zuletzt kommen die neuen Zahlen wegen einer veränderten Berechnungsmethode zustande. Dennoch setzt sich damit ein insgesamt positiver Trend in Baden-Württemberg fort.

Gleichwohl nimmt auch die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen weiter zu. Das Landesgesundheitsamt meldet aktuell 514 Personen, die sind „mit und am Coronavirus verstorben“ sind. Das heißt, dass sowohl solche Verstorbenen gezählt werden, die wegen des Coronavirus gestorben sind als auch solche, die das Virus in sich trugen, aber aus einem anderen Grund verstorben sind.

Das folgende Schaubild zeigt, wie viele Infizierte in den Stadt- und Landkreisen registriert wurden und wie viel an Covid-19 verstorben sind.

Relativ zur Einwohnerzahl sind im Hohenlohekreis sowie in den Kreisen Tübingen und Sigmaringen besonders viele Menschen infiziert. Hier sind auch relativ viele Verstorbene zu beklagen.

Insgesamt nimmt die Zahl der Infizierten langsamer zu als etwa noch vor einer Woche. Das ist zum Teil eine natürliche Entwicklung, weil die Zahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Infektionen insgesamt steigt. Andererseits steigt die Testintensität: In Baden-Württemberg wird laut Angaben des Landesgesundheitsamts mittlerweile etwa dreimal so viel getestet wie noch Anfang März.

Die folgende Karte visualisiert, wo sich das Virus wie schnell ausbreitet:

Zwei Drittel der an Covid-19 Verstorbenen sind laut Zahlen des Landesgesundheitsamts Männer, ebenfalls knapp zwei Drittel sind 80 Jahre oder älter. Im Mittel waren die Verstorbenen 82 Jahre alt. Ältere Menschen sind also besonders gefährdet. Unter ihnen steigt die Zahl der Infizierten in den vergangenen Tagen auch deutlich an, wie das Landesgesundheitsamt auf Anfrage mitteilt.

Sie können anhand der Daten Ihren Stadt- oder Landkreis auch mit Blick auf das Verhältnis von Infizierten zu Verstorbenen verorten. Die mit Abstand meisten Verstorbenen werden mittlerweile aus dem Ortenaukreis gemeldet.

Die Daten des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg, die diesen Auswertungen zugrunde liegen, sind zuletzt am Mittwochabend aktualisiert worden. Sie erfassen beispielsweise nicht die Effekte einer möglicherweise unterschiedlich hohen Dichte an Testeinrichtungen oder die Neigung der Bevölkerung in den Kreisen, sich testen zu lassen. Hierzu liegen auch keine Daten vor. Dennoch sind die Daten die weiterhin beste zentral verfügbare Grundlage zum Vergleich der Corona-Zahlen in Baden-Württemberg.

Wir aktualisieren diesen Beitrag fortlaufend um die neuesten Zahlen. Aktueller Stand: Mittwoch, 8. April, 21 Uhr.

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