Zur Arbeit gehen oder daheim bleiben? Das fragen sich viele Urlaubsrückkehrer. Foto: factum/Simon Granville

Das Robert-Koch-Institut hat nun auch Südtirol als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft. Hier erfahren Rückkehrer aus Südtirol, was sie beachten und wann sie zuhause bleiben sollten.

Stuttgart - Mit der Zunahme der bestätigten Infektionsfälle mit dem Coronavirus nimmt auch in der Bevölkerung die Verunsicherung zu, wie man sich verhalten soll – nicht nur, aber auch bei den Urlaubsrückkehrern. Dazu geben die Gesundheitsbehörden klare Verhaltensregeln. Diese finden sich auch unter dem Stichwort „Coronavirus“ auf der Homepage der Stadt, die ständig aktualisiert wird.

Welche Menschen sollten zu Hause bleiben?

Sollte jemand aus einem Risikogebiet zurückkehren und akute Symptome aufweisen, gilt laut Stefan Ehehalt, dem Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts: „die Husten- und Niesetikette sowie eine gute Händehygiene beachten“, Sozialkontakte meiden. Nach telefonischer Voranmeldung mit Hinweis auf die Reise sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen und auch das Gesundheitsamt anrufen, um das weitere Vorgehen zu klären. Aber auch Rückkehrer aus einem Risikogebiet, die keine Symptome aufweisen, sollten unnötige Kontakte vermeiden und 14 Tage zu Hause bleiben. Einen Abstrich empfiehlt der Mediziner nur dann, wenn Symptome vorliegen. Man sollte den Arbeitgeber fragen, ob Homeoffice möglich ist. Verlangt der Arbeitgeber eine Krankschreibung, bekommt man eine entsprechende Bescheinigung auch vom Gesundheitsamt. Dies gilt wie gesagt für Personen, die in einem Risikogebiet waren, aber symptomfrei sind. Daheim bleiben sollten auch Menschen, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt mit einem bestätigten Infektionsfall hatten. Auch sie sollten umgehend das Gesundheitsamt anrufen, um das weitere Vorgehen zu klären.

Welche Regionen gelten als Risikogebiete?

Folgende Regionen gelten dabei dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge in Europa als Risikogebiete: In Italien die Regionen Südtirol, Emilia-Romagna und Lombardei sowie die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien. Außerhalb Europas nennt das RKI in China die Provinz Hubei inklusive der Stadt Wuhan und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang. Im Iran ist die Provinz Ghom Risikogebiet, in Südkorea die Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang). Diese Liste kann sich jedoch täglich ändern.

Der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts, Stefan Ehehalt, rät deshalb dazu, sich auf der Seite des Robert-Koch-Instituts www.rki.de auf dem Laufenden zu halten. Das gelte gerade für Urlauber aus Norditalien, die sich nicht in einem Risikogebiet aufgehalten haben, also außerhalb Südtirols, der Lombardei und der Emilia-Romagna. Nach derzeitigem Stand könnten diese, so sie symptomfrei sind, zur Arbeit gehen. Man sollte möglichst noch am Montagmorgen im Internet überprüfen, ob der eigene Urlaubsort Risikogebiet geworden ist. Sollte man auch nur einen Hauch eines Symptomes aufweisen – „sofort daheim bleiben und Sozialkontakte meiden“ und zum Arzt gehen – diesen sollte man aber vorher über den Verdacht informieren.

Was ist mit Regionen, in denen Coronafälle vorkommen, die aber kein Risikogebiet sind?

Für Rückkehrer aus Regionen, in denen Coronafälle vorkommen, die aber keine Risikogebiete sind, gilt: Wenn sie innerhalb von 14 Tagen nach Rückreise Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollten sie – nach telefonischer Anmeldung und mit Hinweis auf die Reise – einen Arzt aufsuchen. Zudem sollten sie unnötige Kontakte vermeiden, nach Möglichkeit zu Hause bleiben, die Husten- und Niesetikette sowie eine gute Händehygiene beachten.

Was gilt für Flugreisende aus China?

Für alle Flugreisende aus China gilt seit dem 15. Februar 2020 ein besonderes Verfahren. Unter anderem werden sie befragt, ob sie Kontakt mit Coronavirus-Infizierten hatten oder sich im Infektionsgebiet aufgehalten haben. Personen an Bord, die offensichtlich krank sind oder eine ansteckende Krankheit haben könnten, müssen gemeldet werden.

Kontakt zu den Gesundheitsämtern

Die Hotline des Landesgesundheitsamts zum Coronavirus lautet 07 11 / 90 43 95 55 (werktags 9 bis 16 Uhr). Das Gesundheitsamt Stuttgart ist unter 07 11 / 216 - 5 93 90 zu erreichen (Mo bis Do 9 bis 15.30, Freitag bis 12 Uhr).

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