Timo Steinhauer, Geschäftsführer des Friedrichsbau-Varietés (Archivbild) Foto: Michael Steinert

Der Geschäftsführer des Friedrichbau-Varietés appelliert an die Menschen, die bisher nicht an Corona glauben. Die Einhaltung der Maßnahmen sei wichtig, damit Kultureinrichtungen überleben können.

Stuttgart - „Ich habe den zweiten Lockdown kommen sehen“, sagt Timo Steinhauer. Der Geschäftsführer des Friedrichsbau-Varietés ist dennoch sauer. Allerdings weniger auf die Politik als auf die Menschen, die sich bisher nicht an die Corona-Maßnahmen gehalten haben: „Dadurch werden Einrichtungen, die das Leben lebenswert machen ernsthaft gefährdet. In einer Solidaritätsgemeinschaft sollte das nicht passieren.“ Er appelliert an ebendiese: „Halten Sie sich an die Maßnahmen!“

Im Friedrichsbau Varieté in Stuttgart sollte am 6. November die erste Aufführung einer Pop-Up-Show stattfinden, diese musste nun verschoben werden. „Wir haben insgesamt drei Konzepte für die Wintershow erarbeitet“, so Steinhauer. Die Pop-Up-Show war aktuell geplant und sei die Möglichkeit gewesen, flexibler zu reagieren – aber auch, regionale Künstler zu unterstützen, die dort auf der Bühne zu sehen sein sollten.

„Wir wollen einfach überleben“

Der erneute Lockdown tue ihm nicht nur für die Künstler leid, die nun keine Gage erhalten würden: „Es ist besonders schwer für unsere Mitarbeiter. Wir kämpfen um jeden Gast.“ Finanziell und emotional seien die vergangenen Monate extrem anstrengend gewesen. „Wir sind eine starke Familie, die sich jedes Mal erneut auf die Hinterbeine gestellt hat“. sagt Steinhauer. Dennoch belaste die Situation alle schwer.

Steinhauer sagt, er stehe hinter den Entscheidungen der Politik. Es sei wichtig, dass alle am selben Strang ziehen. Jedoch bemängelt er die Überbrückungshilfe, die versprochen wurde: „Man hat uns eine frühe und rasche Hilfe zugesagt, die bisher nur vereinzelt bis gar nicht angekommen ist.“ Zwar sei mittlerweile von einer Finanzspritze in Höhe von 75 Prozent der Fixkosten die Rede, aber selbst hier gebe es Probleme, so Steinhauer: „Es gibt bei der Beantragung viele K. O.-Kriterien. Bei der letzten Hilfe haben wir unsere Versicherung angegeben.“ Diese sei allerdings nicht angerechnet worden, weil die Kosten bereits im Januar für das ganze Jahr 2020 gezahlt worden waren. Die Fixkosten seien zwar in den monatlichen Aufstellungen veranschlagt, aber eben nicht angefallen. Timo Steinhauer betont: „Wir wollen keinen Gewinn erzielen, wir wollen einfach überleben.“

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