Auch beim VfB Stuttgart bleiben in Zeiten von Corona die Fan-Ränge leer. Foto: Pressefoto Rudel / Robin Rudel /Rbin Rudel

Der Pharmakologe Fritz Sörgel sieht in der viel diskutierten Rückkehr von Zuschauern in die Fußball-Stadien ein großes Risiko, sofern diese ohne wissenschaftliche Grundlage erfolgen sollte.

Frankfurt - Eine Rückkehr von Zuschauern in die Fußball-Stadien sei riskant, sofern diese ohne wissenschaftliche Grundlage erfolgen sollte. Das wäre „unverantwortlich“, schrieb Pharmakologe Fritz Sörgel in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), vergleichbar mit „Russisch Roulette“.

Er fordert deshalb im Vorfeld Untersuchungen in den Stadien mit gesunden Menschen, die Aufschluss über die mögliche Verbreitung des Coronavirus geben sollen. „So wie es für jedes Stadion ein Logbuch gibt, in dem alle Aspekte wie Sicherheit, Katastrophen- und Brandschutz niedergelegt sind, so muss eine Art ‚Tröpfchen- und Aerosolplan’ entstehen“, so Sörgel. 

Debatte um die Rückkehr der Fans

In den vergangenen Tagen hatte die Debatte um die Rückkehr der Fans vor allem wegen der Entwicklungen in Sachsen neuen Schwung erhalten. RB Leipzig hatte für ein erarbeitetes Hygienekonzept Grünes Licht vom zuständigen Gesundheitsamt erhalten, die Landesregierung stellte zudem Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern ab dem 1. September in Aussicht.

Für Sörgel ist wichtig, dass bei der angestrebten Zahl an Zuschauern nicht zu hoch gegriffen und die Entwicklung der Pandemie richtig interpretiert wird. „Es ist zu hoffen, dass die DFL nicht der Versuchung unterliegt, geringe Infektionsraten als Einladung zu nehmen, der Politik das schnelle Hochfahren der Zuschauerzahlen einzureden“, schrieb Sörgel, der eine Auslastung der Stadionkapazität von zehn Prozent als „machbare Startzahl“ betrachtet.

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