Zwei Fahrbahnen der Hauptstätter Straße bleiben längere Zeit Sperrzone. Foto: Andreas Rosar

Die Fahrbahnschäden in der Hauptstätter Straße dürften erst im August behoben sein – denn so schnell ist eine Baufirma nicht zu finden.

Stuttgart - Wo sind denn die Bauarbeiter? Die zwei Fahrbahnen der B 14, die am Mittwoch von mehreren Hundert Litern Lösungsmittel schwer beschädigt wurden, sind mit Baken abgesperrt. Aber weit und breit ist niemand zu sehen, der sich um die Reparatur des Fahrbahnbelags der Hauptstätter Straße kümmern würde. Die Stelle bleibt ein Nadelöhr und eine Stauzone, Autofahrer müssen einspurig Richtung Innenstadt fahren. Nun zeigt sich: So schnell wird sich an der Sperrzone nichts ändern.

Wenn alles gut läuft, wird die Strecke in der ersten Hälfte der Sommerferien saniert – dies ist die bisher wahrscheinlichste Prognose, die im Rathaus angestellt wird. „Allein die Untersuchungsergebnisse der Bohrungen werden erst am Montag vorliegen“, sagt Jürgen Mutz vom Tiefbauamt, dessen Bauabteilung Mitte/Nord derzeit unter Hochdruck steht. Ein Gutachter soll prüfen, wie groß und wie tief das Ausmaß der Schäden ist, die an der Stelle repariert werden müssen.

Die Großmaschinen der Baufirmen sind verplant

Doch schon jetzt steht fest, dass man eine große Baustelle einrichten muss. Die Fahrbahn zwischen Österreichischem Platz und Wilhelmsplatz muss auf 300 Metern Länge neu asphaltiert werden, nachdem Hunderte Liter einer Substanz, die normalerweise dazu da ist, Farbe in Druckmaschinen aufzulösen, auf die Bundesstraße geflossen waren. Ein Container auf der Ladefläche eines Lastwagens war am frühen Mittwochmorgen unbemerkt leck geschlagen. Bis eine Streifenwagenbesatzung aufmerksam wurde und den Lastwagenfahrer stoppte.

Seither sind die Fahrspuren gesperrt, der Verkehr in Richtung Innenstadt wird auf einem Bypass einspurig an der Stelle vorbeigeleitet. Eine schnelle Reparatur der Straße sei nicht drin. „Wir müssen eine Baufirma finden, die Kapazitäten hat, kurzfristig 2000 Quadratmeter Straßenfläche auszutauschen“, sagt Mutz. Das ist nicht gerade einfach, denn die Logistik von Baufirmen ist jetzt in der Sommerferienzeit eng getaktet. Die Großmaschinen sind längst für andere Projekte verplant und reisen von Baustelle zu Baustelle.

Feuerwehr gab in Sachen Gefahrstoff Entwarnung

Der Aufwand ist vor allem deshalb notwendig, weil bei dem Chemieunfall nicht nur die Fahrbahndecke, sondern womöglich auch der Untergrund angegriffen wurde. Der Bitumen ist aufgelöst, der Asphalt weich, klebrig und löchrig.

Der Fall hat auch Diskussionen darüber aufgeworfen, warum überhaupt Lastwagen mit so gefährlichen Stoffen durch die Stadt fahren dürfen. Allerdings handelte es sich nicht einmal um einen Gefahrguttransport, wie die Feuerwehr schnell feststellte. „Es handelte sich nicht um einen Gefahrstoff, sondern um ein Spezialreinigungsmittel“, so Einsatzleiter Klaus Schneider in seinem Einsatzprotokoll. Die Feuerwehr sah sich für die Beseitigung nicht zuständig und verwies auf die städtischen Straßenreiniger von der Abfallwirtschaft Stuttgart. Jetzt haben die Männer vom Tiefbauamt einen spannenden Fall für die Sommerferien.

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