Nicht vom Glück verfolgt: Schalkes Coach David Wagner und sein Team. Foto: Pressefoto Bauman/Hansjürgen Bri

Eigentlich sollte der bayrische Regionalligist Schweinfurt 05 am Sonntag Schalke 04 im DFB-Pokal herausfordern. Nun aber hat Türkgücü München laut Vereinsmitteilung vom Freitag dieses Recht erwirkt.

München - DFB-Pokal-Chaos um den Schalke-Gegner: Keine 48 Stunden vor seinem geplanten Erstrundenspiel muss der Fußball-Bundesligist anscheinend seine Planung über den Haufen werfen. Der Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München hat beim Münchner Landgericht I laut Vereinsmitteilung vom Freitag per Einstweiliger Verfügung seine Teilnahme erwirkt. Dies ginge zulasten des 1. FC Schweinfurt, der am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) eigentlich die Schalker herausfordern sollte. Derzeit erscheint eine Austragung am Wochenende - unabhängig vom Gegner - sehr unwahrscheinlich.

Es geht nicht nur um die Chance, als David gegen Goliath anzutreten, sondern auch um die 180.000 Euro Antrittsprämie, die jeder Teilnehmer erhält. „Das Urteil ist noch ganz frisch. Wir warten jetzt auf weitere Informationen seitens des DFB“, sagte Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny dem SID.

Der Verband konferierte nach SID-Informationen am Abend mit dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV), um eine Lösung zu finden. Schalke wollte sich auf Anfrage zunächst nicht äußern und eine offizielle Ansage abwarten. Auf der Homepage der Königsblauen stand noch der Vorbericht unter der Überschrift: „Gegen Schweinfurt den ersten von vielen positiven Schritten machen.“ Nach einem Heimrechttausch war das Spiel in der Gelsenkirchener Arena geplant.

Kontroverse um Pokal-Einzug

Der BFV hatte dem früheren Zweitligisten Schweinfurt bei der Pokal-Nominierung in komplizierter Lage den Vorzug vor Türkgücü gegeben. Die Münchner waren nach dem Abbruch der Regionalliga-Saison aufgrund der Corona-Pandemie als klarer Tabellenführer zum Aufsteiger ernannt worden. Anschließend gab es eine Kontroverse darum, wie mit dem Pokal-Einzug zu verfahren ist. Gemäß Gerichtsbeschluss müsse der BFV „die Meldung von Schweinfurt widerrufen und Türkgücü zum Pokal melden“, teilte Türkgücü mit: „Der DFB muss diese Maßnahmen zulassen.“

Schweinfurt will seine weiteren Schritte sorgsam prüfen. „Wir sind am frühen Abend informiert worden und haben uns umgehend mit dem BFV in Verbindung gesetzt, können aber noch nicht sagen, wie unser Vorgehen sein wird“, sagte Pressesprecherin Jessica Oldenburger dem SID. Der bayrische Verband wolle sich gegenüber dem Verein spätestens am Samstagmorgen erklären.

Kothny zeigte sich „zufrieden, dass wir dieses Ergebnis vor dem Landgericht München erzielen konnten“. Es sei seit Jahren „gelebte Praxis des Bayerischen Fußball-Verbandes“, die beste bayerische Amateurmannschaft am DFB-Pokal teilnehmen zu lassen.

„Die kurzfristige Satzungsänderung des BFV, die Schweinfurt 05 zum DFB-Pokal zugelassen hätte, zeigt, dass die ursprüngliche und stets von Türkgücü München verteidigte Position rechtmäßig ist“, erklärte Kothny. „Unsere Teilnahme an der 3. Liga war von Anfang an auch mit der geplanten Teilnahme am DFB-Pokal verbunden.“

Sollte das Schalke-Spiel verschoben werden, um beiden Vereinen eine vernünftige Vorbereitung zu ermöglichen, wäre der 15. Oktober eine Option. An diesem Tag spielt Triple-Gewinner Bayern München sein Erstrundenspiel gegen den 1. FC Düren.

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