Cem Özdemir kritisiert Erdogan. Foto: dpa/Felix Kästle

Der Eklat um die Fahnen von Borussia Mönchengladbach am Rande des Europa-League-Spiels bei Basaksehir Istanbul muss aus Sicht des Grünen-Politikers Cem Özdemir ein Nachspiel haben.

Berlin - „Es kann nicht sein, dass den Gladbach-Fans ihre Fahnen von den türkischen Sicherheitskräften abgenommen werden, weil sich ein Kreuz darauf befindet“, sagte Cem Özdemir dem „Donaukurier“ (Samstagsausgabe). Die UEFA müsse aus dem Vorfall Konsequenzen ziehen, forderte er.

Basaksehir sei, so Özdemir, „kein normaler Fußballclub, sondern ein Verein aus der Erdogan-Retorte - mit viel Geld aufgeblasen und ohne echte Fans“. Selbst der Fußball sei in der Türkei „vor den Allmachtsfantasien des Operetten-Sultans Erdogan nicht sicher“, sagte Özdemir weiter.

Polizisten hatten Borussen-Fans am Rande der Partie (1:1) am Donnerstag Fahnen abgenommen, weil diese christliche Symbole gezeigt hätten. Dabei handelte sich um das Stadtwappen Mönchengladbachs, in dem unter anderem ein Kreuz und ein Bischofsstab abgebildet sind. Nach UEFA-Konsequenzen hatten auch schon Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers und der Mönchengladbacher Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (CDU) gerufen. Gladbachs Sportdirektor Max Eberl sprach gar von einer „Polizeidiktatur“.

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