Nach einem Vorschlag von Landeschef Strobl will die Südwest-CDU ihren Spitzenkandidatenfür die Landtagswahl frühestens im Herbst 2014 und spätestens bis zur Sommerpause 2015 küren. (Archivfoto) Foto: dpa

Vor den Europa- und Kommunalwahlen Ende Mai ist Ruhe erste Pflicht für die Landes-CDU. Dass Parteichef Strobl sich jüngst selbst nicht dran hielt, ist manchem in der Union bitter aufgestoßen. Nun versucht der Aspirant auf die Spitzenkandidatur den Konflikt zu entschärfen.

Vor den Europa- und Kommunalwahlen Ende Mai ist Ruhe erste Pflicht für die Landes-CDU. Dass Parteichef Strobl sich jüngst selbst nicht dran hielt, ist manchem in der Union bitter aufgestoßen. Nun versucht der Aspirant auf die Spitzenkandidatur den Konflikt zu entschärfen.

Stuttgart - Im Streit, wann die Südwest-CDU ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2016 kürt, gibt es in der Partei einen vorläufigen Kompromiss. Landeschef Thomas Strobl schlug dem Parteivorstand am Mittwochabend in Stuttgart vor, die Mitgliederbefragung über den Spitzenkandidaten frühestens im Herbst 2014 und spätestens bis zur Sommerpause 2015 abzuhalten. Hierzu gab es dem Vernehmen nach keinen Widerspruch. Bei der nächsten Sitzung am 24. Februar solle über einen konkreten Termin diskutiert und eventuell auch schon darüber entschieden werden, sagte ein Parteisprecher.

Zuletzt hatte es Differenzen über den Zeitplan gegeben. Strobl hatte am Wochenende nicht ausgeschlossen, dass die Union ihr Zugpferd für die Wahl bereits 2014 bestimmt. Daraufhin hatte CDU-Fraktionschef Peter Hauk erklärt, bisher sei immer von 2015 die Rede gewesen. Er könne mit dem Vorschlag von Strobl leben, sagte Hauk nun am Donnerstag in Stuttgart.

"Wir haben wichtige Themen zu bearbeiten"

Hintergrund der Diskussion ist, dass einige führende CDU-Politiker der Meinung sind, man dürfe den Kandidaten nicht zu früh ins Rennen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) schicken. So neigt Katrin Schütz, Mitglied im Landesvorstand, eher zur späteren Variante. Statt Personaldiskussion stehe für sie Sacharbeit im Vordergrund. „Wir haben wichtige Themen zu bearbeiten, wie Bildung und Polizeireform.“ Es sei gut, dass die Partei mehrere potenzielle Kandidaten als Zugpferde für die Landtagswahl habe. Diese sollten bis 2015 Zeit bekommen, sich zu positionieren und zu profilieren.

Andere wiederum meinen, dass dem Spitzenkandidaten durch eine frühe Mitgliederbefragung möglichst lange Zeit gegeben werden müsse, um sich bekanntzumachen. Dem Vernehmen nach dringen CDU-Mitglieder darauf, dass Landtagspräsident Guido Wolf (CDU), der neben Hauk und Strobel als Aspirant auf die Spitzenkandidatur gilt, sich rasch äußert, ob er am 8. April bei der Wahl des Fraktionsvorstands als dessen Vorsitzender antritt. Wenn er sich da nicht zur Wahl stelle, habe er kaum eine Chance auf die Spitzenkandidatur. Dagegen steht für andere Vorstandsmitglieder das Amt des Landtagspräsidenten nicht im Widerspruch zu der politischen Rolle eines Gegenspielers von Kretschmann.

Strobl sagte im Vorstand zu, die weitere Diskussion über die Spitzenkandidatur auf die Zeit nach den Europa- und Kommunalwahlen am 25. Mai zu verlegen. Der 53-jährige Heilbronner, der auch Bundesvize ist, hatte bei der Klausur in Kloster Schöntal (Hohenlohekreis) seinen Anspruch auf die Spitzenkandidatur deutlich gemacht und damit Hauk und Wolf indirekt unter Druck gesetzt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: