Die Bandbreite von Debbie Kammerers Liedern reicht von Melancholie bis zur puren Lebensfreude. Foto: Gottfried Stoppel

Die Sängerin Debbie Kammerer lehrt im Hauptberuf an der Backnanger Musikschule. Zusammen mit Studienfreunden hat sie die CD „Handschrift“ aufgenommen. An diesem Samstag kann man sie live in Winnenden erleben.

Backnang - Es ist eine müßige Frage, doch drängt sie sich viel zu oft ganz penetrant auf: Welcher Musikstil ist das? Mit Singer-Songwriter läge die Antwort hier ungefähr richtig, aber nur ungefähr. „Da stellt man sich eine Stimme und eine Gitarre vor“, sagt Debbie Kammerer, doch das träfe bei ihr ja nicht zu. Obwohl sie ihre Lieder alle selbst schreibe. Allerdings sind deren Arrangements sehr aufwendig und wie man hört, ist die Instrumentalisierung keine synthetische aus dem Computer. „Wir haben alles live eingespielt“, sagt die 29-jährige Musikerin über ihre erste CD „Handschrift“, ein Herzensprojekt, an dem sich Freunde aus dem Studium als Musiker und Produzent beteiligten. „Sonst wäre das finanziell gar nicht gegangen.“

Im Hauptberuf Gesangslehrerin

Vor fast genau einem Jahr war das Album fertig, produziert in Fabian Grubers Studio in Korb. „Wir haben uns an einem Tag pro Woche getroffen, um daran zu arbeiten. Wir haben ja alle noch unsere Hauptberufe.“

Debbie Kammerer stammt aus Graben-Neudorf bei Karlsruhe. „Ich bin allerdings schon mit 19 nach Stuttgart gekommen“, erzählt sie ohne den markanten südbadischen Akzent. „Das kann ich aber schon noch“, meint sie – nun in dem typischen lieblichen Singsang – und lacht. An der Stuttgarter Musikhochschule hat sie Gesang studiert und Musikpädagogik. Seit fünf Jahren unterrichtet sie an der Musikschule Backnang, und sie tritt selbst auf. Fabian Gruber, den sie an der Fellbacher Popmusic School kennenlernte, ermunterte sie dann, die CD aufzunehmen.

Mittlerweile laufen zwei der Lieder, „Kopf aus“ und „Wut im Bauch“, in mehreren Radioprogrammen wie dem Saarländischen Rundfunk, Big FM oder SWR 4. „Das hätte ich mir nie träumen lassen“, sagt Debbie Kammerer. Zurzeit geht die dritte Auskoppelung „Kampf“ an den Start. „Live sind wir in unterschiedlicher Besetzung unterwegs, je nachdem wie groß die Bühne ist“, sagt sie und lacht. Von drei bis sieben Musikern reicht die Bandbreite. „Wir sind viel auf Hochzeiten oder Geburtstagen aufgetreten.“ Hauptsächlich im Großraum Stuttgart, aber auch in ihrer alten badischen Heimat.

Lieder mit ernsten Tönen

„Was wirklich großartig ist, sind Wohnzimmerkonzerte, die in der letzten Zeit immer mehr geworden sind. Da herrscht eine ganz wunderbare Atmosphäre“, sagt die Sängerin. „Die Leute engagieren uns bei sich zu Hause für sich und ihre Gäste. Oft wird dazu noch gekocht und am Schluss lässt man den Hut herumgehen. Das sollte man nicht unterschätzen, was dabei herum kommt“, verrät sie.

In ihren Liedern herrscht ein viel ernsterer Ton, als man annimmt, wenn man mit Debbie Kammerer spricht. „Es geht um Erlebnisse und Erfahrungen, die ich selbst gemacht habe und die wohl jeder Mensch kennt oder selbst erfahren hat.“ Oft komme ihr eine Textzeile ganz spontan in den Sinn. „Die schreibe ich dann sofort auf, um sie nicht zu vergessen.“ Aus diesem Grund habe sie immer ein Notizbuch dabei oder sie singe eine Idee kurzerhand in ihr Handy.

Konzert in Kati’s Bistro in Winnenden

An diesem Samstag tritt sie in der Reihe Kultur bei Kati’s in Kati’s Bistro in Winnenden auf. Das Kult-Lokal kennt sie bisher nur vom Hörensagen. „Einige meiner Schüler haben mir erzählt, sie hätten dort ihre ganze Jugend verbracht. Ich bin wirklich gespannt. Die Bühne soll ja winzig, dafür die Atmosphäre großartig sein.“

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