Carola Rackete kritisiert die deutsche Bundesregierung, aber auch den italienischen Innenminister Matteo Salvini. Foto: dpa

Die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete hat die Bundesregierung für ihren Umgang mit Migranten kritisiert. Besonders Innenminister Horst Seehofer greift sie an.

Rom - Die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete hat die Bundesregierung und insbesondere Innenminister Horst Seehofer im Umgang mit den geretteten Migranten kritisiert. „Ich fühlte mich alleingelassen“, sagte die 31-Jährige dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Rackete war am Dienstag von einer italienischen Ermittlungsrichterin aus dem Hausarrest entlassen worden. Zuvor war sie unerlaubt mit dem Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ und 40 Migranten an Bord nach Lampedusa gefahren.

„Seehofer hatte keine Lust“

Während das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch auf eine Anlegeerlaubnis wartete, habe Rackete den Eindruck gehabt, dass auf nationaler und internationaler Ebene niemand richtig helfen wollte. „Die haben die heiße Kartoffel immer weitergereicht, während wir zuletzt noch immer 40 Gerettete bei uns an Bord hatten“, sagte sie. Deutsche Kommunen hätten zwar angeboten, Migranten von der „Sea-Watch 3“ aufzunehmen. „Es scheiterte dann aber auch an Bundesinnenminister Horst Seehofer, der keine Lust hatte, die Angebote der Städte anzunehmen.“

Rackete kritisierte auch den italienischen Innenminister Matteo Salvini. „Mich hat überrascht, wie persönlich es geworden ist“, sagte Rackete. „Seine Art, sich auszudrücken, ist respektlos, für einen Spitzenpolitiker ist das nicht angemessen.“ Am Freitag nannte Salvini Rackete auf Facebook eine „reiche und verwöhnte deutsche Kommunistin“.

Am Dienstag soll Rackete von der Staatsanwaltschaft vernommen werden. Es geht um den Vorwurf der Beihilfe zur illegalen Migration. Salvini will sie schnellstmöglich des Landes verwiesen sehen. „Es ist keine Situation, die ich mir gewünscht habe. Ich bin sowieso nur eingesprungen für einen Kollegen, der eigentlich eingeplant war“, sagte Rackete.

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