Der Bodensee ist nicht nur unter Schwaben ein beliebtes Reiseziel. Foto: dpa

Bei Sonnenschein strömen immer mehr Menschen auf die Campingplätze am Ufer des Schwäbischen Meers. Am Wochenende und in den Ferien finden Wohnmobil- und Caravanbesitzer ohne vorzeitige Reservierung kaum einen freien Platz.

Stuttgart - Es ist kein Geheimnis, dass der Bodensee zu den beliebtesten Reisezielen der Baden-Württemberger gehört. An langen Wochenenden und in den Ferien übersteigt die Nachfrage nach Stell- und Campingflächen sogar oftmals die Kapazitäten der dortigen Campingplätze.

„Wir empfehlen keinem Gast, einfach so anzureisen“, sagt Kristina Lang, Mitarbeiterin des „Campingpark Gohren“ zwischen Friedrichshafen und Lindau. In der Hauptsaison muss der 30 Hektar große Campingplatz mit wachsender Regelmäßigkeit spontan angereiste Gäste abweisen. Sprich: Ohne vorzeitige Reservierung finden Urlauber bei Sonnenschein kaum einen freien Stellplatz für ihr Fahrzeug – und das auf dem größten Campingplatz direkt am Bodensee.

„Alle wollen direkt am See campen“

An sonnigen Wochenenden und in der schulfreien Zeit wimmelt es an den Ufern zwischen Konstanz und Bregenz von Campern. „An Feiertagen und in den Ferien sind die Campingplätze äußerst begehrt“, bestätigt Kerstin Boger, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Campingwirtschaft in Baden-Württemberg. Zudem haben kleine und alteingesessene Plätze während der Stoßzeiten schon seit Jahren kaum mehr Platz, wie die Betreiber von „Camping Seeperle“ bei Überlingen und „Camping Himmelsreich“ in Allensbach berichten.

Boger nennt einen weiteren Grund für die hohe Auslastung: „Alle wollen direkt am See campen.“ Außerdem ist das Wachstum beziehungsweise die Entstehung neuer Campingplätze am Bodenseeufer sehr begrenzt. Aufgrund von Natur- und Landschaftsschutz gibt es kaum neue Genehmigungen für potenzielle Campingflächen.

Auf der anderen Seite fahren die Deutschen immer öfter in den Camping-Urlaub. In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der Übernachtungen auf deutschen Plätzen von 26 auf über 31 Millionen, wie das Statistische Bundesamt vermerkt. Auch die Zulassungszahlen für Wohnmobile legten im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent zu.

Das Eigenheim auf vier Rädern ist im Trend

„Wohnwagen und Wohnmobile sind in Mode gekommen“, sagt Thomas Biersack vom ADAC-Campingführer. Außerdem bevölkern nicht nur Schwaben und Badener den Bodensee. Viele internationale Gäste auf der Durchreise oder den angrenzenden Ländern tummeln sich an dessen Ufer.

Aber macht den Reiz von Camping nicht auch Spontanität und Unabhängigkeit aus? Gestiegene Erwartungen eines gehobeneren Publikums haben auch vor den Campingplätzen am Bodensee nicht Halt gemacht. „Die Leute erwarten teilweise Hotel-Flair und sind zahlungskräftiger als früher“, sagt Camping-Experte Biersack vom ADAC. Private Sanitäranlagen und mietbare Wohnobjekte sind oft bereits viele Monate im Voraus ausgebucht. Viele Campingplätze haben ihr Angebot an Ausflügen und Unterhaltung deutlich vergrößert, bieten beispielsweise selbst Bootstouren und ähnliches an. Dadurch nehmen sie mehr und mehr die Rolle von touristischen Anbietern ein.

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