Die Bauarbeiten am Großprojekt Stuttgart 21 sind in vollem Gange. Foto:  

Das Statistische Amt der Stadt Stuttgart hat seine Bürger befragt. Ergebnis: Das Großprojekt Stuttgart 21 wird von den Bürgern kritischer gesehen als noch im Jahr zuvor.

Stuttgart - Auch wenn das Mammut-Bauprojekt Stuttgart 21 immer stärker Form annimmt, wird es von den Menschen in der Landeshauptstadt zunehmend kritisch gesehen. Das ergibt eine Umfrage des Statistischen Amts der Stadt, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Nach vergleichsweise hohen Zustimmungswerten bis 2015 gehen diese seit mehreren Jahren wieder zurück. Bei der aktuellen Bürgerumfrage fielen die Werte auf den zweitniedrigsten Stand seit 1995, wie Amtsleiter Thomas Schwarz erläuterte.

Lesen Sie auch: Das sind die zehn größten Probleme der Stuttgarter

Demnach ging der Anteil der Befragten, die eine „sehr gute Meinung“ von dem Projekt haben von 13 auf 12 Prozent geringfügig zurück. Eine „gute Meinung“ hatten 21 (2017: 25 Prozent), mit „teils/teils“ antworteten 23 Prozent (zuvor 24). „Deutlich zugenommen hat der Anteil der Personen mit einer ablehnenden Meinung“, teilte die Stadt mit. Eine „schlechte Meinung“ hatten demnach 16 Prozent der Befragten (2017: 12 Prozent), eine „sehr schlechte Meinung“ sogar 25 Prozent (2017: 22 Prozent). „Insgesamt hat sich also das Stimmungsbild gewendet und es überwiegen jetzt die Befragten mit einer negativen Einstellung“, hieß es im Rathaus.

Bürger antworten je nach Alter sehr unterschiedlich

Laut Umfrage sehen Männer und Jüngere Stuttgart 21 positiver, das gilt bei den Männern vor allem für den Umbau des Bahnhofs. Allerdings seien die Zustimmungswerte bei beiden Geschlechtern zurückgegangen, hieß es. Während in den Altersklassen von 25 bis unter 45 Jahren eine positive Einstellung zu „Stuttgart 21“ überwiegt, lehnen die übrigen Altersklassen „Stuttgart 21“ mehrheitlich ab.

Das Projekt Stuttgart 21, das viel Protest und Wut auf sich zog, steht für die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart. Gebaut werden laut Deutscher Bahn 4 neue Bahnhöfe, 57 Kilometer neue Schienenwege, 59 Kilometer Tunnelröhren, 16 Tunnel und Durchlässe sowie 18 Brücken. Stuttgart 21 soll dazu beitragen, die Reisezeiten im Fern- und im Regionalverkehr erheblich zu verkürzen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: