Brille richtig putzen - Tipps & Tricks Foto: Robert Przybysz/Shutterstock

Staub, Fingerabdrücke und Fettflecken auf der Brille werden im Alltag gerne mal mit dem T-Shirt oder einem Taschentuch weggewischt. Dabei können die Gläser jedoch verkratzen. Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Brille schonend reinigen.

Im Laufe eines Tages sammelt sich allerlei auf den Brillengläsern und dem Gestell an: Neben Fingerabdrücken sowie Staub und Schmutz aus der Umgebung finden sich auf der Brille auch Talgablagerungen der Haut, Schweiß- und Cremerückstände. Wenn es schnell gehen muss, nehmen viele zum Reinigen der Brille ein Kleidungsstück, Papiertaschentücher oder sonstige Stoffe, die gerade greifbar sind. Das ist jedoch nicht immer optimal. Die richtige Pflege verlängert das Leben Ihrer Brille und auch für das schnelle Putzen zwischendurch gibt es praktische Lösungen.

Brille richtig putzen: So geht’s!

Die regelmäßige, gründliche Reinigung der Brille ist eigentlich ganz einfach und unkompliziert. Sie benötigen dafür lediglich ein Waschbecken, etwas Spülmittel und ein Mikrofaser- bzw. Brillenputztuch. So funktioniert es:

  • Halten Sie Ihre Brille unter fließendes, lauwarmes Wasser, um den groben Schmutz zu entfernen.
  • Verreiben Sie einen Tropfen pH-neutrales Spülmittel mit den Fingern auf den Brillengläsern. Das Gestell können Sie so gelegentlich mitreinigen.
  • Waschen Sie das Spülmittel unter fließendem Wasser ab.
  • Reinigen Sie die Brillengläser mit einem Mikrofasertuch: fahren Sie sanft und vorsichtig in kreisenden Bewegungen mit dem Tuch über die Gläser.

Falls sich auf diese Weise nicht alle Verschmutzungen lösen lassen, wiederholen Sie den Vorgang. Üben Sie nicht mehr Druck aus und greifen Sie nicht zu gröberen Materialien. Das könnte zu Kratzern im Brillenglas oder zu verbogenen Bügeln führen.

Einzige Alternative, wenn die Brille so nicht richtig sauber wird: Verwenden Sie Brillenpflegemittel, die von Ihrem Optiker empfohlen wurden. Manche Optiker bieten beispielsweise spezielle Reinigungssprays an. Geben Sie das Pflegemittel auf ein sauberes Mikrofasertuch und wischen Sie damit (erneut) die Gläser ab.

Tipps zum Brille putzen für unterwegs

Im Alltag ist nicht immer ein Waschbecken oder Spülmittel greifbar. Als Brillenträger (auch wenn Sie eine Sonnenbrille tragen) sollten Sie sich allerdings angewöhnen, stets ein Brillenputztuch dabei zu haben. Entweder Sie wählen feuchte Tücher (ohne Alkohol) oder ein trockenes Mikrofasertuch. Damit lassen sich unterwegs zumindest gröbste Verschmutzungen schnell entfernen.

Fassen Sie die Brille am besten stets am vorderen Teil des Gestells an (Nasensteg) – nicht an der Gläsern, Glasrändern oder an den Bügeln. So vermeiden Sie Fingerabdrücke, Spannungen und Druck an den Gläsern sowie das Verziehen der Bügel.

Wann und wie oft sollte die Brille geputzt werden?

Es empfiehlt sich, die Brille täglich am Abend zu reinigen, auch wenn Sie nicht den Eindruck haben, die Brille sei dreckig. Auf der Brille lagert sich im Laufe des Tages Staub und Schmutz ab, darunter auch feine Salzpartikel, die sich auf unserer Haut befinden. Über Nacht oder über mehrere Tage härten diese Kristalle auf dem Brillenglas aus und werden somit schwerer zu entfernen. Eine schnelle Reinigung am Abend spült die Salzkristalle ab und verschafft Ihnen am nächsten Morgen vollen Durchblick.

Brille reinigen mit Ultraschall

Alle 3 bis 6 Monate empfiehlt es sich, Ihre Brille mit Ultraschall reinigen zu lassen. Die meisten Optiker bieten diesen Service für ihre Kunden kostenlos an. Sie können sich aber auch einen eigenen Ultraschallreiniger kaufen. Diese sind ab etwa 30 Euro im Handel erhältlich und eignen sich auch, um beispielsweise Schmuck und Zahnprothesen gründlich zu reinigen.

Bei der Reinigung mit Ultraschall wird die Brille in das Gerät gelegt, welches mit Wasser befüllt ist. Ultraschall versetzt das Wasser anschließend in Schwingung, wodurch winzige Bläschen entstehen. Durch die stete Wellenbewegung platzen die Bläschen, was wie eine Explosion im Miniaturformat wirkt: Schmutzpartikel werden „weggesprengt“. Gleichzeitig entsteht ein sogenannter Mikrojet, ein harter Wasserstrahl, der ebenfalls die Brille reinigt. Mithilfe dieser Methode werden auch kleinste Ritzen und Winkel der Brille geputzt.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden, wenn Sie Brillengläser reinigen

  • Kleidung, Taschentücher, Küchenrolle & Co: Diese Textilien wirken auf die Brillengläser wie Schmirgelpapier, weil sie Schmutzpartikel nicht aufnehmen, sondern lediglich hin und her schieben. Hemdsärmel, Handtücher und andere Stoffe können winzige Kratzer im Glas hinterlassen, die das Auge irritieren und die Gläser mit der Zeit „erblinden“ lassen. Greifen Sie stets zu einem sauberen Brillenputz- bzw. Mikrofasertuch.
  • Aggressive Reiniger und Lösungsmittel: Finger weg von Reinigern und Mitteln, die nicht für Brillengläser gemacht wurden. Fensterreiniger, Terpentin oder ähnliches hat auf Brillengläsern nichts verloren, denn die speziellen Beschichtungen der Brille können durch sie Schaden nehmen.
  • Hautpflegende Spülmittel und Duschgel: Während pH-neutrales Spülmittel ideal ist, um die Brille zu reinigen, hinterlassen hautfreundliche Spülmittel meist einen schmierigen Film auf den Gläsern. Grund sind die rückfettenden Stoffe, die enthalten sind. Gleiches gilt, wenn Sie die Brille reinigen möchten, während Sie unter der Dusche stehen: Duschgel und Shampoo sorgen eher für Schlieren auf dem Glas.
  • Feuchte Reinigungstücher mit Alkohol: Lange Zeit galten feuchte Brillenputztücher per se als schlecht. Damals enthielten diese Tücher häufig feine Holzpartikel sowie Alkohol – beides kann den empfindlichen Brillengläsern schaden. Heutzutage gibt es aber auch feuchte, mikrofeine Zellstoff-Tücher, die Sie problemlos zum Reinigen der Brille verwenden können.
  • Wasch- oder Spülmaschine: In der Wasch- oder Spülmaschine hat die Brille nichts zu suchen. Die hohen Temperaturen können der Brille schaden, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Salze können die Gläser zerkratzen oder die Beschichtung beschädigen.

Brillengestell reinigen: Nicht vergessen!

Möchten Sie Ihre Brille richtig putzen, gehört natürlich auch die Reinigung des Gestells dazu. Vor allem die Nasenplättchen und die Bügel hinter den Ohren sollten regelmäßig saubergemacht werden. Sie kommen täglich mit Haut in Berührung, sodass sich dort schnell Ablagerungen bilden können.

Reinigen Sie das Gestell ganz einfach ebenfalls mit lauwarmen Wasser und etwas Spülmittel. Bei manchen Brillen kann man die Nasenplättchen abnehmen. Dies empfiehlt sich etwa einmal pro Woche, um Ablagerungen zu entfernen und zu vermeiden, dass das Plastik vergilbt. Sollte das normale Abwaschen nicht ausreichen, nehmen Sie ein Wattestäbchen zur Hilfe. Darüber hinaus empfiehlt sich auch für das Gestell hin und wieder eine Reinigung mit Ultraschall.

Lesen Sie auch: Geht das? Brillenputztücher waschen

Brille richtig aufbewahren – Auch das gehört zur Brillenpflege

Um die Lebensdauer Ihrer Brille zu erhöhen, ist es auch wichtig, sie richtig zu lagern. Das heißt: Legen Sie Ihre Brille stets auf den Bügeln ab, niemals auf den Gläsern. Stecken Sie die Brille auch niemals lose in Hosen-, Jacken- oder Handtaschen. Nutzen Sie dafür stets ein Brillenetui, idealerweise mit Hartschale. So wird die Brille optimal geschützt. Für zusätzlichen Schutz können Sie die Brille in ein Mikrofasertuch einwickeln.

Grundglas und Beschichtung der Brillengläser weisen unterschiedliche Strukturen auf. Hohe Temperaturen (über 80 Grad) oder starke Temperaturschwankungen können zu Spannungsrissen führen. Vermeiden Sie daher beispielsweise längere Aufenthalte in der Sauna mit Brille und lassen Sie die Brille im Sommer nicht auf dem Armaturenbrett liegen – auch nicht im Etui.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: