Bei einer Explosion an einer Treibstoffpipeline in einem Slum bei Nairobi sind über 120 Menschen ums Leben gekommen. Foto: dapd

Einen Tag nach dem Brand einer Pipeline in Nairobi ist die Rede von 75 bis 120 Toten.

Nairobi - Am Morgen nach der Brandkatastrophe in einem Slum in Nairobi konnten die Behörden noch immer keine gesicherten Angaben über die Zahl der Opfer machen. Kenianische Medien berichteten von 75 bis 120 Toten.

Flammeninferno durch ein Pipeline-Leck

Wegen des Ausmaßes des Feuers gestalteten sich die Bergungsarbeiten schwierig. Ministerpräsident Raila Odinga sicherte den Überlebenden, die in den Flammen alles verloren hatten, Entschädigungszahlungen zu.

Er bezeichnete das Unglück als "schockierend" und bestätigte dem Sender BBC, dass das Flammeninferno durch ein Pipeline-Leck auf dem Gelände der Kenya Pipeline Company (KPC) ausgelöst wurde. Der Kraftstoff war dann in den Abflusskanal des Slums geflossen. Anwohner hatten versucht, Benzin für den Eigengebrauch abzuschöpfen, als Feuerbälle in den Himmel schossen.

"Es gab solche Unfälle in der Vergangenheit, aber die Leute wollen einfach nicht lernen", erklärte Odinga. "Wir haben ihnen gesagt, dass sie sich bei solchen Unfällen nicht dem Treibstoff nähern sollen."

Rohre veraltet, marode und verrostet?

Es wurde auch immer mehr Kritik an der Betreiberfirma Pipeline laut. Medienangaben zufolge waren die Rohre veraltet, marode und verrostet. "KPC hat den Rat von Experten ignoriert, die das Unternehmen aufgefordert hatten, die Killer-Pipeline zu ersetzen", schrieb die Zeitung "The Standard".

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