Ein Teil der Technik ist wieder intakt, einzelne Anzeigentafeln zum Beispiel. Foto: Sebastian Gollnow

Nach dem Feuer in einem Schaltkasten unter den Bahnsteigen am Dienstag macht die Bahn Fortschritte bei der Instandsetzung. Es können wieder Anzeigetafeln genutzt werden, jedoch noch nicht alle.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn kann zwei Tage nach dem Brand am Stuttgarter Hauptbahnhof weitere Fortschritte bei den Reparaturarbeiten vermelden: Erste Anzeigetafeln seien seit Donnerstagvormittag wieder in Betrieb, sagt ein Pressesprecher des Unternehmens auf Anfrage unserer Zeitung. Für den Fahrbetrieb gelten dennoch weiterhin Einschränkungen: Die Bahn fährt das Programm so weiter, wie sie es am Mittwoch nach dem Notbetrieb aufstellen konnte.

Vom Brand war ein Schaltkasten im Tunnel unter den Gleisen betroffen, der für die Stromversorgung an den Bahnsteigen gebraucht wird. Deswegen fielen die Fahrgastinformationen, die Beleuchtung und die Sicherheitstechnik an den Schienen aus. Letztere zeigt dem Personal im Stellwerk an, wo ein Zug steht und wie lang dieser ist.

Anzeigen, Sicherheitstechnik und Beleuchtung sind betroffen

Am Donnerstagvormittag wurde die große Anzeigetafel am Querbahnsteig bei Gleis 1 wieder in Betrieb genommen, die einen Überblick über die Zugabfahrten bietet. Außerdem funktionieren die Zugzielanzeigen am Kopfende der Bahnsteige wieder, sagt der Bahnsprecher. Die Beleuchtung und die Sicherheitstechnik konnten mit Ausnahme des Bahnsteigs an Gleis 9 und 10 bereits am Mittwoch, einen Tag nach dem Brand, wiederhergestellt werden.

Das vorläufige Betriebskonzept nutzt zwölf der 14 Gleise, die in Betrieb sind. Auf Gleis 1 und 16 fährt kein Zug ab, diese werden als Ausweichgleise bereitgehalten. Die Bahn hat jedem der intakten Bahnsteige eine bestimmte Fahrtrichtung zugewiesen, damit sich die Passagiere besser orientieren könne. So fahren etwa Regionalbahnen in Richtung Heilbronn immer ab Gleis 3, und der ICE nach München ab Gleis 15. Wann der Verkehr wieder normal laufen wird, könne man noch nicht sagen. Ein Teil der Fernverkehrszüge hält an den Bahnhöfen in Esslingen und Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg), da diese ausreichend lange Bahnsteige für ICE-Züge haben. Dorthin kommt man mit S- und Regionalbahnen.

Zu dem Brand war es höchstwahrscheinlich in der Folge eines Kurzschlusses gekommen, teilt die Bundespolizei mit. Diesen hatte ein Wasserrohrbruch in dem Tunnel ausgelöst.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: