Camilo Mayr hat die Spiele in Tokio fest im Visier. Foto: Bundeswehr //Martin Stollberg

Der aus Welzheim stammende Sportsoldat Camilo Mayr hat an den Militärweltspielen CISM in China teilgenommen. Mit der deutschen Herren-Mannschaft will er im kommenden Jahr an den Olympischen Spielen teilnehmen.

Welzheim/Berlin - In der Öffentlichkeit sind sie mehr oder minder kaum beachtet worden. Dabei haben an den 7. Militärweltspielen CISM, die in diesem Jahr im chinesischen Wuhan ausgetragen wurden, rund 10 000 Sportlerinnen und Sportler aus der ganzen Welt teilgenommen. Auch aus Deutschland waren Spitzensportler am Start. „Das ist eine gute Vorbereitung auf internationale Wettkämpfe“, sagt Camilo Mayr, der mit der deutschen Mannschaft der Bogenschützen nach Wuhan gereist ist. Der 28-Jährige stammt aus Welzheim, wo der Bundes- und Landesstützpunkt für Bogenschießen zu Hause ist.

Fünf bis sechs Mal Training pro Woche

„Wir haben direkt über dem Verein gewohnt“, sagt Camilo Mayr. Seit dem achten Lebensjahr hat er dann dort selbst Pfeile fliegen lassen, wo Stars des Bogensports trainierten, darunter Anja Hitzler und Sandra Sachse, die bei den Olympischen Spielen im Jahr 2000 eine Bronzemedaille errang. Wie die beiden Athletinnen ist auch Camilo Mayr mittlerweile Sportsoldat. „Das ist eine gute Möglichkeit, Sport professionell zu betreiben“, erklärt er. Allerdings sei es in seinem Fall etwas verzwickt gewesen. „Ich hatte ursprünglich verweigert und Zivildienst geleistet.“ Nun gehört er zu einer verschwindend kleinen Minderheit, die Zivi war und dann zur Bundeswehr ging. „Ich bin stolz, Sportsoldat zu sein“, sagt er.

Nach einer sportlichen Pause wegen des Studiums nahm Camilo Mayr 2017 wieder den Recurve-Bogen zur Hand und trainiert seitdem in Berlin. Im selben Jahr wurde er deutscher Vizemeister, kein schlechter Auftakt für den Wiedereinsteiger, der im Jahr 2012 mit der Mannschaft nach London zu den Olympischen Spielen gereist war. Fünf bis sechs Mal in der Woche trainiert Camilo Mayr: 350 Pfeile pro Tag im Schießtraining, hinzu kommen Athletik und Krafttraining. 350 Pfeile auf eine Entfernung von 70 Metern zu schießen – das braucht jede Menge Kondition.

Zur Eröffnung erschien Präsident Xi Jinping

Die Militärweltspielewaren in diesem Jahr erstmals öffentlich, zuvor fanden sie auf Militärbasen statt. „Viele Länder schicken da ihr besten Teams in verschiedensten Sportarten hin. Die zwei Wochen in Wuhan wirkten wie Olympische Spiele, samt Eröffnungszeremonie und Athletendorf“, sagt Camilo Mayr, der zusammen mit den anderen deutschen Sportlern diese Woche nach Deutschland zurückgekehrt ist. In China wurde den Military World Games große Bedeutung beigemessen. Zur Eröffnung erschien der Staatspräsident Xi Jinping, chinesische Stars wie der Action-Darsteller Jacky Chan und der Pianist Lang Lang traten im Showteil auf.

Für die deutsche Herrenmannschaft gilt es nun, sich für Tokio zu qualifizieren. „Die Frauen haben es bereits geschafft. Von uns sieben in der Mannschaft dürfen drei teilnehmen, wenn wir uns qualifizieren. Das bedeutet, sich auch innerhalb der Mannschaft bewähren zu müssen“, sagt Camilo Mayr. Wie in jeder Sportart führe auch beim Bogenschießen nicht nur Trainingsfleiß und Können zum Ziel. „Ein bisschen Glück gehört auch dazu.“

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