Ist schon wieder Geschichte: Die rosa Farbe an den Sichtfenstern der Blitzer ist bereits wieder beseitigt. Foto: 7aktuell.de/Nils Reeh

Seit Wochen versuchen unbekannte Sprayer neuartige Blitzeranlagen in der Stadt mit Farbe außer Gefecht zu setzen.

Stuttgart - Der Farbanschlag auf einen Blitzer-Anhänger an der Rotebühlstraße im Stuttgarter Westen hat die Jagd auf Temposünder nicht lange aufhalten können. „Die Anlage wurde bereits teilweise gereinigt und ist wieder im Einsatz“, teilt Stadtsprecherin Anna Sendler auf Nachfrage mit. Die Überwachungsanlage ist nicht nur am Wochenende, sondern auch schon Anfang Februar ins Visier von Farbsprayern geraten – die Anlagen blieben aber nicht lange außer Gefecht. Die Verkehrsüberwacher der Stadt Stuttgart haben „durchweg sehr positive Erfahrungen“ mit den drei semistationären Blitzern gemacht, die im Dezember 2019 angeschafft worden waren. In der Planckstraße im Stuttgarter Osten hätten die Anhänger die Durchschnittsgeschwindigkeit erheblich gesenkt, weil die Autofahrer zunehmend den Fuß vom Gas nahmen. Dies habe eine Auswertung der Tempoanzeigetafeln zur Luftreinhaltung ergeben.

Sünderquote am Neckartor: ein halbes Prozent

Am Neckartor ist die Zahl der Verstöße gegen das Tempo-40-Limit überaus gering geworden – sie liegt bei einem halben Prozent. Nach Angaben der Stadt wurden seit Dezember 2019 insgesamt 1,28 Millionen Fahrzeuge ins Visier genommen – dabei waren lediglich 7114 Fahrzeuge zu schnell. Die Sünderquoten bei Blitzer-Anhängern, die für ein paar Tage am Wegesrand stehen, sind deutlich geringer als bei mobilen Aktionen, aber höher als bei stationären Blitzkästen.

Laut Stadt geht es bei den Blitzern vorrangig darum, „den Verkehrsfluss zu harmonisieren und damit auch Luftschadstoffe zu reduzieren“. Die unbekannten Farbsprayer sehen das freilich anders. Am Sonntagabend besprühten sie die Sichtfenster der Blitzer mit rosa Farbe und dem Spruch: „Es reicht“.

Mal rosa, mal schwarze Farbe

Großer Schaden ist dadurch nicht entstanden. Die gespeicherten Daten von Temposündern auf den Geräten blieben unbeschadet – und die Farbe konnte mit Reinigungsmitteln wieder entfernt werden. Gleichwohl sind die Täter unbekannt geblieben – wie auch schon an den ersten beiden Februar-Wochenenden. In der Hohenheimer Straße hatten die Täter mit schwarzer Farbe zugeschlagen. „Solche Anschläge werden konsequent zur Anzeige gebracht“, sagt Stadtsprecherin Sendler. So sieht es auch die Polizei. Die Täter hatten vier Buchstaben aufgemalt, die Kürzel für eine Beamtenbeleidigung.

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