„Black Panther“-Star Chadwick Boseman (li.) holt bei den MTV Awards James Shaw Jr. auf die Bühne, der im echten Leben einen Amokläufer stoppte. Foto: dpa

Der Kinohit „Black Panther“ hat die MTV-Awards 2018 dominiert. Das hat nicht nur mit netten Leinwandkloppereien zu tun, sondern mit realen gesellschaftlichen Entwicklungen. Ein echter Held kam auch zum Gala-Abend.

Santa Monica - Reichlich schwarze Gewinner, ein schwuler Kuss, eine lesbische Preisträgerin: Mit gleich bier Auszeichnungen für den Superheldenfilm „Black Panther“, darunter auch der Hauptpreis, haben die MTV Movie & TV Awards ein Zeichen für Vielfalt gesetzt. Bei der zweistündigen Gala vor überwiegend jungem Publikum im kalifornischen Santa Monica machten sich die Preisträger für Afroamerikaner, Frauen und Homosexuelle stark.

Besonders bewegend fasste das der Schauspieler Keiynan Lonsdale zusammen, der die Auszeichnung für den besten Kuss im Film „Love, Simon“ entgegennahm. „An jeden Jungen: Du kannst deine Träume leben und Kleider tragen“, sagte Lonsdale und zeigte auf der Bühne seinen weißen, langen Rock. „Du kannst deine Träume ausleben und denjenigen küssen, den du liebst - egal, welchem Geschlecht er angehört.“

Die schwarze, lesbische Schauspielerin und Produzentin Lena Waithe, die den „Trailblazer“-Preis für ihre Vorreiterrolle gewann, fand das zum Jubeln. Und auch auch Popstar Lady Gaga wünschte „Frohen Pride-Monat“ – mit Blick auf den von der LGBTQ-Gemeinde gefeierten Pride-Monat Juni. Die Komikerin Tiffany Haddish führte als erste schwarze Frau durch die zum 27. Mal verliehenen MTV Movie Awards.

Superheld trifft echten Helden

Bei den MTV- Movie Awards stimmen die Fans selbst über die Sieger ab. Der Kinohit „Black Panther“ war mit sieben Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen. Chadwick Boseman, der den Titelhelden spielt, schlug den Bogen von der Leinwand zum Alltag jenseits der Hollywoodträume. Er holte James Shaw Jr. auf die Bühne, den jenen Afroamerikaner, der sich in einem Restaurant in Nashville, Tennessee, einem Amokläufer entgegengestellt hatte. der 30-jährige Shaw entriss dem Mann, der bereits vier Menschen erschossen hatte, das Sturmgewehr undrettete so fraglos viele weitere Leben. Boseman bezeichnete Shaw Jr. als „Held im wirklichen Leben“ und bekannte, die Trophäe sollte eigentlich bei Shaw zu Hause stehen.

Die Netflix-Serie „Stranger Things“ ging mit vier Preisen als weiterer Gewinner aus dem Abend im kalifornischen Santa Monica hervor. Der Science-Fiction-Titel gewann unter anderem die Preis als beste Serie, Millie Bobby Brown wurde als beste Schauspielerin in einer Serie geehrt. Die Fernsehkategorien bei den MTV-Awards gibt es erst seit dem vergangenen Jahr.

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