„Du siehst aus wie eine rohe Muschel“ – Läuft in den USA offenbar unter der Rubrik „Beleidigung“. Foto: dpa

Jeden Tag erreichen uns Meldungen ohne Sinn und Verstand. Eine davon wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Heute: „Troll Cakes“: Bittersüße Rache für Mobbing-Opfer.

New York - Sie sind es leid, im Internet blöd von der Seite angepault zu werden? Sie haben keine Lust mehr, von russischen Trollen über die Vorzüge von Wladimir Purin belehrt zu werden? Dann schalten Sie ihren Computer und ihr Smartphone aus, die New Yorkerin Kat Thek und ihre „Troll Cakes Bäckerei und Detektivagentur“ helfen ihnen bei diesem Problem nicht weiter.

Die 30-Jährige hatte unlängst eine ausgefallene Geschäftsidee, meldet die dpa: Wer im Internet gemobbt wurde, kann bei Thek ein Foto der Beleidigung und die Adresse des sogenannten Trolls einreichen. Thek backt dann einen Schokoladenkuchen mit Zuckerguss und dem verletzend gemeinten Zitat in essbaren Buchstaben. Ein Kuchen kostet rund 32 Euro und landet am Ende vor der Tür des Fieslings – oft an dessen Arbeitsplatz. Seit dem Start von „Troll Cakes“ Mitte April hat Thek fast fünfzig Kuchen verschickt.

Für eine Handvoll Euro mehr, geht sie sogar selbst auf Detektivjagd und recherchiert die Adresse des Trolls online. „Kuchen sind oft Teil von Feierlichkeiten wie Geburtstage und Hochzeiten. Sie mit fiesen Kommentaren zu dekorieren, wandelt Zorn in Freude um“, erklärt die 30-Jährige. Allerdings nicht beim Opfer, sondern beim Täter, weswegen wir die Bedenken Sameer Hinduja teilen. „Es ist mir unverständlich, warum jemand so etwas machen würde“, sagt der Kriminologie-Professor der Florida Atlantic University und Co-Direktor des Cyberbullying Research Center. „Warum würde ein Opfer von Mobbing auch noch Geld dafür ausgeben? Kuchen ist köstlich, somit scheint man damit Mobbing regelrecht zu feiern.“ Dem können wir uns nur anschließen – und essen den Kuchen mit den Worten „Lügenpack“, „Systemling“ und „gehirnamputierter Lohnschreiber“ selber.

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