Steht! Das filigrane Gebilde ist das Leuchtturmprojekt des Kunstpfades. Foto: Michael Steinert Foto:  

Die Jugendhilfeeinrichtung Ziegelhütte hat vor großem Publikum ihren Kunst-und Aktionspfad eingeweiht. Es ist die mittlerweile dritte Auflage des Erfolgsprojekts.

Bissingen - Genau 45 Stationen zählt der am Samstag eröffnete Kunst- und Aktionspfad der Jugendhilfeeinrichtung Ziegelhütte bei Bissingen-Ochsenwang. Wochenlang haben die Schülerinnen und Schüler, angeleitet und begleitet von Künstlern, an den Werken gearbeitet, die nun im Dialog mit einer grandiosen Naturlandschaft am Randecker Maar zum Entdecken einladen.

Das letzte Wort in diesem Dialog von Kunst und Natur aber haben die geladenen Gäste zur Eröffnung gehabt. Sie mussten, angeführt von dem Grünen-Fraktionschef im baden-württembergischen Landtag, Andreas Schwarz, beim Aufstellen des elf Meter hohen Turms aus mit Stahlseilen verbundenen Aluminiumstäben selbst mit Hand anlegen.

Ein neuer Leuchtturm

Das filigrane Gebilde überragt nicht nur seiner schieren Größe wegen den anlässlich des Skulpturenpfades 2015 aufgestellten Riesen Heim oder das Leuchtturmprojekt der Premiere, den im Jahr 2012 aufgestellten Drachen von der Limburg. Es steht auch für die Weiterentwicklung des gesamten Konzepts. Bis Ende August wird das Gelände rund um das Naturschutzgebiet am Albrand unter der Regie der Ziegelhütte bespielt – mit Führungen, einem Mittelaltertag, einem Open-Air-Kino, mit Theater, Konzerten, Workshops und einem Lichterfest.

Die Aufzählung ist unvollständig, doch spiegelt sie einen Eindruck dessen wider, was Andreas Schwarz in seinem Grußwort so formuliert hat: Der Kunst- und Aktionspfad ist ein Stück gelebte Vielfalt in einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft. „In einer offenen Gesellschaft öffnen sich neue Horizonte“, so das Fazit des Landtagsabgeordneten.

Wertschätzung spielt große Rolle

Dass er mit seiner Einschätzung nicht alleine war, zeigte der Beifall der mehr als 200 Premierengäste. Und doch ist diese Außenwirkung lediglich die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite steht der pädagogische Nutzen für die Arbeit mit Jugendlichen, die am Rande der Gesellschaft gestrandet sind und in der Abgeschiedenheit der Schwäbischen Alb daran arbeiten, wieder Fuß zu fassen. „Für uns spielt die Wertschätzung des Publikums eine ganz wichtige Rolle“, sagt Hendrik van Woudenberg, der Geschäftsführer der Einrichtung, die im Internatsbetrieb rund 30 Jugendliche betreut.

Eine Wertschätzung, die sich auch an den Besucherzahlen ablesen lässt. Waren zur Premiere vor sieben Jahren noch rund 10 000 Neugierige auf dem Kunst- und Aktionspfad gewandelt, waren es drei Jahre später schon 15 000. Eine Steigerung liegt, bei nach wie vor freiem Eintritt, nicht nur bei der Höhe der Kunstwerke durchaus im Bereich des Möglichen.

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