In der Sommersaison kamen bisher in den österreichischen Alpen 122 Menschen ums Leben. Foto: picture alliance/dpa

Wandern, Bergsteigen, Wildwasserfahren - die Alpen sind ein verlockendes Freizeitgebiet. Die Gefahren der Berge werden aber immer wieder unterschätzt. Das zeigt eine vorläufige Bilanz.

Innsbruck - In den österreichischen Alpen sind in dieser Sommersaison nach vorläufigen Zahlen bisher mindestens 122 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien 37 Deutsche gewesen, teilte das Kuratorium für Alpine Sicherheit am Freitag auf Anfrage mit. Auch ein Sachse war unter den Opfern.

Die tödlichen Unfälle hätten sich unter anderem beim Bergsteigen, Wildwasserfahren und Gleitschirmfliegen ereignet. Allein beim Wandern und Bergsteigen seien seit Mai 61 Menschen ums Leben gekommen, davon stammten 23 aus Deutschland. Die Zahlen bewegten sich im langjährigen Vergleich in einer durchaus üblichen Größenordnung, teilte eine Sprecherin weiter mit. Im Vergleich von Jahr zu Jahr gebe es jeweils stärkere Unterschiede. „Das hängt meist mit dem Wetter zusammen.“

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Zuletzt waren drei Deutsche tödlich verunglückt. Auf dem Dachstein wurde ein Alpinist von einem Blitzschlag tödlich verletzt worden. Der 37-Jährige stammte aus Radebeul im sächsischen Landkreis Meißen, wie die Polizei in Graz am Freitag mitteilte. Er war am Donnerstag mit einem gleichaltrigen Kollegen aus Dresden auf den 2995 Meter hohen Gipfel gestiegen. Weil sie einen Wetterumschwung erwarteten, seien die beiden sofort wieder abgestiegen. Als sie das Ende des Klettersteiges fast erreicht hatten, traf ein Blitzschlag die beiden. Nach Angaben der Polizei starb einer der Männer noch an der Unfallstelle. Der zweite wurde ebenfalls verletzt. Er konnte zu einer Berghütte absteigen und dort die Rettungskräfte verständigen.

Bei einer Wandertour mit ihrem Vater stürzte eine Frau aus Berlin in den Tod. Laut Polizei waren die 28-Jährige und der Vater in Osttirol auf einer mehrtägigen Route zu verschiedenen Berghütten unterwegs. Auf einem Pfad rutschte die Frau aus und stürzte über einen steilen und felsigen Hang rund 50 Meter in die Tiefe. Der Vater alarmierte sofort die Rettungskräfte. Diese bargen die Frau mit einem Hubschrauber, doch der Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen.

Ein seit fast zwei Wochen vermisster Wanderer aus Deutschland wurde nun tot gefunden. Die Leiche des 69-Jährigen wurde im Pitztal 80 Meter unterhalb eines markierten Gletscherpfades entdeckt.

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