Polizisten bei einer Ausweiskontrolle Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Weindorf-Besucher sollen für einen guten Zweck spenden – doch in Wirklichkeit ist eine polizeibekannte Betrügerin unterwegs, die sich offenbar nicht stoppen lässt.

Stuttgart - Mit falschen Ausweisen und vorgetäuschten Zertifikaten der Leonhardskirche versuchen angebliche Spendensammlerinnen, bei den Weindorf-Besuchern abzukassieren. Dabei spielt eine 38-jährige Frau eine auffällige Rolle, die von der Polizei nun schon mindestens zweimal erwischt und wegen Betrugs angezeigt wurde – dann aber wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Die Beschuldigte ist hinlänglich polizeibekannt.

Wie unsere Zeitung erfuhr, hat eine 38-Jährige am vergangenen Donnerstagnachmittag auf dem Marktplatz Geld gesammelt, das angeblich der Leonhardskirche zugute kommen soll. Dabei hatte die angebliche Spendensammlerin laut Polizei eine Mappe mit Bildern und einen Fantasie-Streetworker-Ausweis. Eine aufmerksame Zeugin verständigte eine Polizeistreife, die um 14.30 Uhr die Verdächtige vorläufig festnahm. „Bei ihr wurden noch 40 Euro sichergestellt“, sagt Polizeisprecherin Monika Ackermann, „das Geld konnte aber keinen Opfern mehr zugeordnet werden.“

Woher kommt die polizeibekannte Frau?

Womöglich handelt es sich um dieselbe Frau, die am 26. August in der Hirschstraße aufgefallen, beim Eintreffen der Polizei aber spurlos verschwunden war. Sicher ist, dass die falsche Sammlerin schon am 8. August von der Polizei erwischt wurde, als sie im Namen der Vesperkirche und einer Obdachlosenzeitschrift widerrechtlich Geldspenden kassierte. Sie konnte damals nach kurzer Flucht in der Kronprinzstraße dingfest gemacht werden. Beeindruckt hat sie die Festnahmeaktion offenbar aber nicht.

Die 38-Jährige ist einschlägig polizeibekannt. Die Angehörige einer Großfamilie reist offenbar von ihrem zwischen Frankfurt und Hanau gelegenen Wohnsitz aus mit der betrügerischen Masche durch die Lande. Geringe Beute, fester Wohnsitz – für den Staatsanwalt gibt es keinen Haftgrund. Die Stadt will sich das dennoch nicht gefallen lassen: „Gegen die falsche Spendensammlerin wurde ein Aufenthaltsverbot für die Innenstadt für die Dauer von zwei Monaten ausgesprochen“, sagt Stadtsprecher Martin Thronberens.

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