Das Kinderhaus an der Kirchhaldenschule wird wohl nicht im Herbst, sondern frühestens Ende dieses Jahres fertig. Für die Grundschule ist das eine Herausforderung. Foto: Torsten Ströbele

Die Franz-Schubert- und die Kirchhaldenschule haben ihre neue Konzeption für die neuen Erstklässler vorgestellt. Das Problem: Nicht allen Kindern kann ein warmes Mittagessen angeboten werden.

Stuttgart-Botnang - Die beiden Botnanger Grundschulen werden mit dem Start des neuen Schuljahres zur Ganztagsschule. „Wenn mir das jemand vor zehn Jahren erzählt hätte, hätte ich geglaubt, dass mir da jemand einen Bären aufbinden möchte“, sagte der Rektor der Kirchhaldenschule, Reinhold Sterra, bei der Vorstellung der neuen Konzeption im Rahmen eines Pressegesprächs. Damals habe sich diese Entwicklung nur angedeutet. 2006 sei man mit drei Gruppen in die Schulkindbetreuung gestartet, heute seien es zehn. „Wir haben einen großen Bedarf an zusätzlicher Bildung und Betreuung“, sagte Sterra und sprach damit auch für seine Kollegin Anke Leitzinger von der Franz-Schubert-Schule. Beide Einrichtungen seien aktuell ja schon ein sogenanntes Schülerhaus. „Das ist quasi wie ein Hort, nur eben nach Bedarf“, erklärte Leitzinger.

Doch das Schülerhaus wird nun in Botnang zum Auslaufmodell. „Es war ja auch nur als Interimslösung gedacht, bis wir mit dem Ganztagsbetrieb starten“, sagte Leitzinger. Mit Beginn des neuen Schuljahres am 11. September wird also an beiden Botnanger Grundschulen eine neue Ära eingeläutet. Die aktuellen Klassen werden davon nicht betroffen sein – aber die rund 100 Erstklässler an der Kirchhalden- und der Franz-Schubert-Schule. Und alle Kinder, die künftig dort eingeschult werden.

Vor jedem Schuljahr können die Eltern wählen, ob sie ihren Nachwuchs im Ganz- oder Halbtagsbereich anmelden wollen. Der Unterschied in den Konzeptionen ist, dass die Mädchen und Buben im Ganztagsbereich von Montag bis Donnerstag bis 16 Uhr und am Freitag bis 12.30 Uhr verbindlich an der Schule sind. Flexible Abholzeiten, wie es sie im Schülerhaus gab, sind dann passé. „Dann können wir den Tag besser planen, weil nicht alle 30 Minuten jemand abgeholt wird“, beschreibt Anke Leitzinger die Vorteile des Ganztagsbetriebs.

Die Mensa an der Kirchhaldenschule bietet nur Platz für 77 Kinder

„Aber die Kinder müssen nicht von morgens bis abends büffeln“, betonte Marcel Müller-Schwelling von der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft. Man werde an beiden Schulen großen Wert darauf legen, dass es immer wieder Stunden des Spiels und der Erholung zwischen den Unterrichtseinheiten gibt. Dafür wurden unter anderem auch Kooperationen mit der örtlichen Jugendfarm und der SKG Botnang geschmiedet.

Diese zusätzlichen Angebote gelten aber nur für die Kinder, die für die Ganztagsschule angemeldet wurden. 23 verpflichtende Unterrichtsstunden haben alle Erstklässler. Die Eltern der Mädchen und Buben im Halbtagszug können zudem vor und nach dem Unterricht noch eine Betreuung für ihre Kinder dazu buchen. „Wir können aber nicht versprechen, dass die Kinder aus dem Halbtagsbereich bei uns Mittagessen können“, bedauerte Sterra. „Wir haben dafür derzeit eigentlich keine Kapazität.“ Das wird sich an der Kirchhaldenschule auch nicht grundlegend mit der Einweihung des Kinderhauses ändern. „Die neue Küche, die wir dort bekommen, wird auch nicht so groß sein. 77 Kinder finden einen Platz. Wir werden in zwei Schichten essen“, sagte Reinhold Sterra. Zudem werde der Neubau wohl erst Ende 2017/Anfang 2018 fertig. Die Einweihung war eigentlich für Herbst dieses Jahres terminiert. „Das wird eine Herausforderung. Aber wir bekommen es hin“, sagte der Rektor der Kirchhaldenschule. Auch Anke Leitzinger ist frohen Mutes. Die Stundenpläne stehen. „Und ich habe das Gefühl, dass die Eltern mit unserer Konzeption zufrieden sind“, sagt die Leiterin der Franz-Schubert-Schule.

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