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Mit ihrer Lederkluft und ihren Tätowierungen sehen die Rocker vom Club Fratres Damnati aus wie böse Buben. Sind sie aber nicht. Als Staatsdiener stehen sie für Recht und Ordnung.

Berlin - Mit ihrer Lederkluft und ihren Tätowierungen sehen die Rocker vom Club Fratres Damnati aus wie böse Buben. Sind sie aber nicht. Als Staatsdiener stehen sie für Recht und Ordnung. Doch die Behörden verfolgen das Treiben der harten Jungs aus Berlin mit Argwohn.aus Berlin

Manchmal trügt der Schein. Zum Beispiel beim Berliner Rockerclub Fratres Damnati. Die Mitglieder tragen schwarze Lederkutten und schwere Stiefel, sind tätowiert und gepierct, brausen mit ihren Motorrädern durch die Straßen. Anders als die Hells Angels oder die Bandidos lehnen die verurteilten Brüder - so lautet der Name des Motorradclubs auf Deutsch -Gewalt ab.

Die beiden Banden bekriegen sich seit Jahren und streiten um die Macht im Geschäft mit Prostitution, Drogen und Waffen. In Berlin gipfelten die Auseinandersetzungen Mitte August dieses Jahres mit dem Mord an einem Hells Angel. Der 33-Jährige wurde erschossen. Er wollte offenbar aus- und den verfeindeten Bandidos beitreten.

Mit diesen Konflikten wollen die Fratres Damnati nichts zu tun haben. Sie lehnen Gewalt aus Überzeugung ab. Und weil sie alle Beamte sind, die einen Diensteid abgelegt haben. Dass die Polizisten, Justizmitarbeiter, Feuerwehrleute, Sanitäter oder Soldaten privat ihr Rockerdasein ausleben und außerhalb der Dienstzeiten in ihre schwarzen Lederkutten schlüpfen, missfällt den Behörden jedoch. Offenbar sind die Männer ihnen zu viel Rocker und zu wenig Beamte.

"Die Behörden denken, dass wir 24 Stunden Beamte sind. Wir trennen den Beruf von der Freizeit, und damit haben sie Probleme", sagt Locke (50), wie sich der Präsident der Fratre nennt. Bei dem Thema vergeht ihm das Lachen. Er sitzt im Clubhaus 64 an der Nonnendammallee in Spandau vor einer Tasse Kaffee. Es ist ein großzügiger Raum im ersten Stock eines Hinterhofs. Auf den ersten Blick passt die Einrichtung nicht so recht zum Bild, das man von einem Rocker hat. Der Tisch, die Stühle, die Bar, das DJ-Pult - alles aus Holz. Das Ganze strahlt Gemütlichkeit aus, was seinen Grund hat: Die Brüder verstehen ihr Clubhaus als Partyraum und als Begegnungsstätte. Das schwarz-weiße Banner einer Whiskey-Marke prangt an einem der Fenster. An der Wand hängen ein übergroßes Eisernes Kreuz und ein Bild, auf dem ihr Name in blauen Buchstaben steht.

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