Nach dem schweren Unfall in Berlin-Mitte legen Anwohner Blumen nieder. Foto: dpa

Bei einem schweren Unfall in Berlin-Mitte sind am Freitagabend vier Menschen gestorben. Ein Porsche-Fahrer war mit seinem Geländewagen auf den Gehweg gerast.

Berlin - Am Ort des Unfalls mit vier Toten in Berlin-Mitte haben am Samstagmorgen Dutzende Anwohner ihrer Trauer Ausdruck verliehen. Sie legten Blumen auf den Gehweg an der Kreuzung von Invalidenstraße und Ackerstraße und stellten Kerzen auf. Dort waren auch Zeitungen abgelegt, „Porsche rast 4 Menschen auf Gehweg tot“, hieß es darauf. Passanten diskutierten über den möglichen Unfallhergang. Für den Abend wurde eine Mahnwache angekündigt.

Am Freitagabend war ein Geländewagen über den Gehweg und durch einen Bauzaun auf ein Baugrundstück gefahren. Vier Menschen, darunter ein Kleinkind, kamen nach Polizeiangaben ums Leben. Drei Fahrzeuginsassen seien verletzt. Die Polizei wertet noch Ergebnisse der Spurensicherung sowie die Aussagen der Zeugen aus.

Zeugen sprachen von überhöhter Geschwindigkeit

Anwohner sagten am Samstag am Unfallort, das SUV (Sport Utility Vehicle, also auf Deutsche eine Geländelimousine) sei zu schnell gefahren, habe einen Ampelmast abgeknickt und sich in der Luft gedreht. Die Polizei wollte am Samstagmittag nähere Erkenntnisse bekanntgeben.

Bis in die Nacht waren Experten der Verkehrspolizei vor Ort, um Spuren des Unfalls zu sichern. Die Spuren sollten dann - gegebenenfalls auch in einem 3-D-Modell - zusammengeführt werden. So wolle man die Fahrt des Autos rekonstruieren und klären, ob es sich möglicherweise überschlagen habe.

Zunächst stand die Frage im Raum, ob es sich um eine vorsätzliche Tat gehandelt habe könnte. Es deute jedoch alles auf einen Verkehrsunfall hin, sagte der Polizeisprecher.

Ein Bild des Schreckens

Den Hilfskräften, die im Großaufgebot zum Unfallort kamen, bot sich ein Bild des Schreckens: das schwarze Autowrack zerfetzt auf dem Grundstück, davor auf dem Gehweg vier sehr schwer verletzte Menschen. Die Versuche, sie zu reanimieren, blieben erfolglos. Überlebt hat die Mutter des getöteten Kleinkindes. Sie hatte ein weiteres Kind dabei, das auch nicht weiter verletzt wurde, wie ein Feuerwehrsprecher sagte.

Der Fahrer des Autos sei schwer verletzt zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gekommen. Wie ein Feuerwehrsprecher berichtete, konnte er aber noch mitteilen, dass ein Kind im Wagen gesessen habe. Dieses wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Wie viele Menschen genau in dem Wagen saßen, war zunächst aber nicht geklärt.

Noch Stunden nach dem Unfall suchte die Feuerwehr mit Wärmebildkameras den weitläufigen, verwilderten Ort ab, um sicherzugehen, dass alle Unfallopfer geborgen wurden.

Die Vereine FUSS, Changing Cities und Verkehrsclub Deutschland riefen für Samstagabend zu einer Mahnwache an der Unfallstelle auf. Sie forderten weniger Autos und sowie strengere Geschwindigkeitsbegrenzungen. „Jeder Stundenkilometer mehr ist eine zusätzliche Gefahr - und mit überschweren SUVs noch mehr als mit kleineren Fahrzeugen“, hieß es.

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