Hunderte Menschen sind am Wochenende randalierend durch die Innenstadt von Stuttgart gezogen. Foto: AFP/Thomas Kienzle

Von der „Zeit“ bis zur „New York Times“: Die Ausschreitungen in der Innenstadt von Stuttgart haben nicht nur in Deutschland große Wellen geschlagen. Selbst in Hongkong wird über das Entsetzen nach den Krawallen berichtet.

Stuttgart - Die Welt blickt auf Stuttgart nach den Ausschreitungen am Wochenende. Nachdem Hunderte Menschen durch die Innenstadt gezogen waren, Schaufenster eingeworfen und Polizisten angegriffen hatten, blicken zahlreiche Medien auf die Landeshauptstadt und die Bilder der Zerstörung gehen um die Welt.

Vor allem in Deutschland waren die Krawalle das beherrschende Thema am Montag. Der „Spiegel“ titelte am Montagabend einen Bericht mit den Worten: „Eskalation am Schlossplatz“. Darin heißt es, dass es schon immer Probleme in der Stuttgarter Innenstadt gegeben habe, vor allem „Stress und Schlägereien“ im Sommer. Aber so eine Randale wie am Wochenende sei noch nie dagewesen.

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Die „Zeit“ ist der Frage nach dem Grund für die Randale nachgegangen und hat mit Jugendlichen gesprochen. Diesen Angaben zufolge hat sich die Stimmung im Schlosspark in den vergangenen Wochen hochgeschaukelt. „Zuerst, zu Beginn der Corona-Pandemie, seien es nur wenige gewesen, die sich vor allem am Freitag- und Samstagabend hier getroffen hätten, dann seien es von Woche zu Woche mehr geworden“, heißt es in dem Text. Die Aggressionen hätten sich lange angestaut und seien am Wochenende ausgebrochen.

Das Satire-Magazin „Der Postillon“ macht sich hingegen über Bundesinnenminister Horst Seehofer lustig, der am Montag nach Stuttgart gereist war, um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Der Postillon“ zeigt Seehofer im Unterhemd, Goldkettchen hängen an seinem Hals und er posiert vor einer Graffitiwand. Dazu heißt es, der Innenminister habe nun selbst mit den Ermittlungen begonnen. „Dazu infiltriert der CSU-Politiker undercover die Partyszene der baden-württembergischen Hauptstadt.“

Auch in Hongkong wird über die Randale berichtet

Doch nicht nur in Deutschland, auch weltweit haben die Krawalle in Stuttgart für Aufsehen gesorgt. In Großbritannien berichten alle großen Medien über die Gewaltexzesse in der Landeshauptstadt. Die BBC schreibt von „Banden, die Läden zerstören und die Polizei angreifen“. Lokalpolitiker und Bürger seien „schockiert“, heißt es in dem Bericht. Solch ein Ausmaß der Randale habe es in den vergangenen Jahren in Stuttgart bisher nicht gegeben.

Selbst bis nach Hongkong haben sich die Krawalle in der Stadt herumgesprochen. Die Zeitung „South China Morning Post“ titelt einen Bericht mit den Worten: „Schock in Deutschland, nachdem Hunderte in Stuttgart randalieren“. Darin kommen unter anderem Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Fritz Kuhn zu Wort, die sich entsetzt zeigen von der ungewöhnlichen Gewalt in der Stadt.

Auch die „New York Times“ berichtet über die Ausschreitungen am Wochenende. Die Zeitung schreibt von einem „Ausbruch der Gewalt in der südwestlich gelegenen Stadt Stuttgart, wo Hunderte Menschen nach einer Drogenkontrolle sowohl Läden als auch Fahrzeuge und Polizeibeamte angegriffen haben“. Der Fokus des Berichts liegt vor allem auf der Reaktion der Bundeskanzlerin Angela Merkel und des Innenministeriums.

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