Die ehrenamtlichen Helferinnen haben sichtlich Spaß bei der Arbeit. Foto: Sebastian Gall

Die Wallmerstube, die immer parallel zum Krämermarkt veranstaltet wird, zieht viele Besucher mit der schwäbischen Spezialität an.

Untertürkheim - Der Gemeindesaal der evangelischen Wallmerkirche in Untertürkheim füllte sich am Mittwochmittag kontinuierlich. Im Rahmen des traditionellen Krämermarktes verwandelte sich der Gemeindesaal in die Wallmerstube, wo Maultaschen und Kartoffelsalat lockten.

„Für Untertürkheimer und andere Besucher ist der Krämermarkt und die zugehörige Wallmerstube ein Ort der Zusammenkunft“, sagt Pfarrer Martin Hug gestern. Er ist nach eigener Aussage „Mädchen für alles“: „Ich helfe, wo ich gebraucht werde.“ Der Hauptgrund für viele, die zum Essen kommen, sind die Maultaschen und der von den Helfern selbstgemachte Kartoffelsalat. Der Tag beginnt allerdings schon mit einem Frühstück ab sieben Uhr. Dieses nehmen nicht nur Gäste an, sondern auch die Beschicker des Marktes: „Es ist schön, dass man sich hier untereinander kennt und über die Jahre etwas zusammengewachsen ist. Die Beschicker fühlen sich hier zuhause.“

Reibungslose Teamarbeit

Ohne die ehrenamtlichen Helfer wäre der reibungslose Ablauf allerdings nicht möglich. „Die meisten sind Mitglieder der Kirchengemeinde, die schon sehr lange bei der Wallmerstube mithelfen. Jeder kennt seine Aufgabe und hat die Handgriffe drauf, man muss also nicht viel erklären. Trotzdem ist es schön, wenn sich auch neue Ehrenamtliche melden“, sagt Hug. Einer davon ist Fritz Warth. „Mir gefällt vor allem unser Team, das seit Jahren ohne Schwierigkeiten miteinander auskommt. Auch mit unserem Pfarrer klappt es gut“, sagt Warth und lacht.

Viele Gäste kommen schon seit Jahren. Alt eingesessen ist auch das Ehepaar Kilb, das schon immer in die Wallmerstube kommt und heute seine Enkelin dabei hat: „Diese Veranstaltung ist eine Institution für uns Untertürkheimer.“ Alois Kilb findet es super, wie gut die Kirchengemeinde in das Untertürkheimer Leben integriert sei. Seiner Frau Gerlinde gefalle das zwanglose, gemütliche Beisammensein. Ein bisschen wehmütig erzählen sie, wie der Andrang mit der Zeit abgenommen hat. „Der Krämermarkt erstreckte sich früher über die komplette Wallmerstraße. Da ist schon einiges zusammengeschrumpft in den letzten Jahren. Teilweise war es früher so, dass die Maultaschen ausgegangen sind“, sagt Gerlinde Kilb. Ihr Mann kann sich noch an ein einschneidendes Erlebnis von vor 30 Jahren auf dem Krämermarkt erinnern: „Dort habe ich damals einen Kaktus gekauft und der Verkäufer hat mich seinerzeit gewarnt, dass die Pflanze nie blühen wird. Seit nun mehr zehn Jahren blüht der Kaktus aber jedes Jahr dreimal.“

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