Jula Sude (links) und Chantal Laboureur wollen zu den Olympischen Spielen. Foto: dpa

Nationalteam sind sie nicht, aber sie wollen zu den Olympischen Spielen nach Rio. Dafür investieren Chantal Laboureur und Julia Sude viel. Die Beachvolleyball-Profis aus Stuttgart und Friedrichshafen brauchen weitere Erfolge wie jüngst in China - und Geld.

Berlin - Für ihren Traum gehen Chantal Laboureur und Julia Sude kräftig ins Risiko - auch ins finanzielle. „Bis Olympia investieren wir alles“, sagte die 28 Jahre alte Beachvolleyballerin Sude nach dem zweiten Platz auf der Welttour im chinesischen Fuzhou. Zum zweiten Mal nacheinander waren die Herausforderinnen Laboureur/Sude bei einem wichtigen internationalen Turnier bestes deutsches Team, obwohl sie keinen Nationalmannschafts-Status genießen. „Wir sind super froh, dass es Step by Step vorangeht. Die Qualifikation wird bis zum Ende Mitte Juni völlig offen sein“, bemerkte Julia Sude: „Wenn wir geduldig bleiben und nicht zufrieden sind, haben wir gute Chancen.“

Nur zwei Frauen-Teams darf der Deutsche Volleyball-Verband zum olympischen Turnier ab 6. August an der Copacabana entsenden. Mit den Europameisterinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst (Hamburg/5740) steht ein Olympia-Duo praktisch fest. Laboreur/Sude fordern im Kampf um das zweite Ticket für Rio de Janeiro mit nun 4350 Punkten in Qualifikations-Ranking die beiden Nationalteams Karla Borger und Britta Büthe (Stuttgart/4800) sowie Katrin Holtwick und Ilka Semmler (Berlin/4450) heraus. Das Kuriose: Alle vier deutschen Duos stehen unter den Top 15 - eigentlich das Kriterium für einen Olympia-Platz.

Im Olympiajahr alles auf den Sport ausgerichtet

Auch ohne den Nationalteam-Status haben die Medizinstudentin Laboureur und die zahnmedizinische Fachangestellte Sude im Olympiajahr alles auf den Sport ausgerichtet. Zu ihrem griechischen Coach Spiros Karachalios haben sie neu den Athletik-Trainer Martin Brenner und die Sportpsychologin Maria Samioti verpflichtet. Alle Kosten müssen sie allein tragen, während die drei National-Duos zumindest einen Reisekostenzuschuss vom Verband erhalten.

40 000 bis 60 000 Euro braucht das Team aus Stuttgart und Friedrichshafen, um ohne Verlust das Jahr zu bestreiten. „Das, was reinkommt, ist leider weniger geworden“, berichtete Sude. Kurz vor Saisonstart war ein Sponsor noch abgesprungen: „Die Gelder waren schon eingeplant.“ Ihr Einkommen beziehen die Profi-Spielerinnen aus ihrem Status als Sportsoldaten und von kleineren Sponsoren. „Jeder Euro hilft. Natürlich deckt das nicht das Reise-Budget“, ergänzte Blockspielerin Sude. Ihr Vater und Ex-Nationalspieler Burkhard Sude hatte ab 1984 zu den deutschen Beachvolleyball-Pionieren gehört.

Fünf Turniere haben Laboureur/Sude in dieser Saison schon absolviert, kamen immer ins Achtelfinale, zweimal ins Halbfinale und einmal ins Endspiel. „Jedes Turnier zählt und ist eine weitere Chance, wichtigen Punkte zu sammeln“, betonte die 26 Jahre alte Abwehr-Spezialistin Laboureur, die seit 2013 mit Sude zusammenspielt. „Wir haben im athletischen Bereich nochmal intensiver gearbeitet“, nannten beide als Grund für den Aufschwung. Der soll sie nun bis nach Rio bringen.

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