Dieser Knotenpunkt von Bockelstraße und Kirchheimer Straße in Heumaden soll umgebaut werden. Foto: Holowiecki

Ab dem Fahrplanwechsel Ende 2019 soll der Bus 65 bis zum Flughafen verkehren. Ein lang gehegter Wunsch der Bürger und Lokalpolitiker. Was diese Entscheidung baulich nach sich zieht, ist nun in Stuttgart-Sillenbuch erklärt worden.

Heumaden - Spätestens seit den Haushaltsberatungen steht fest, dass die Buslinie 65 von Obertürkheim über Hedelfingen und Sillenbuch bis zum Flughafen verlängert werden soll. Jetzt kommt Bewegung in die Sache – und das im tatsächlichen Wortsinn. In der jüngsten Bezirksbeiratssitzung in Sillenbuch ist eine weitere Maßnahme vorgestellt worden, wie die Fahrzeuge beschleunigt werden sollen, denn ohne das geht’s nicht, wie Andreas Hemmerich vom Stadtplanungsamt erörterte: „Die Linie 65 ist schon heute eine der längsten im SSB-Netz und leidet unter erheblichen Zeitverlusten.“

Zwei der geplanten Umbaumaßnahmen sind dem Gremium bereits im Mai 2017 vorgestellt worden. Zum einen soll in Hedelfingen aus Richtung Heumaden kommend eine knapp hundert Meter lange Rad- und Busspur entstehen, zudem soll der Kreisel optimiert werden. Überdies soll die aktuell überproportional lange Abbiegespur Richtung Mannspergerstraße auf ein Mindestmaß gekürzt werden, um Platz für eine lange Bergab-Busspur zu schaffen, die auch für Radler nutzbar sein soll.

Busse haben dann Vorfahrt

Die neue Maßnahme spielt sich ganz oben an der Hedelfinger Filderauffahrt ab. Der Knoten an der Einmündung von der Bockelstraße soll umgebaut werden. Gegenüber der Kirche, zur S-Kurve hin, soll die Busspur, die ohnehin nicht erkennbar ist, aufgegeben werden. Dafür soll ein Fahrradstreifen inklusive Ampel-Taster entstehen, der links herum Richtung U-Bahn-Linie auf eine breite Rad-Bus-Spur führen soll. Zudem soll in die Ampel am Knoten eine Bevorrechtigung für Busse eingebaut werden. Ebenso ist ein Fahrradstreifen von der Höhe der U-Bahn-Linie bergabwärts bis zur Kirche vorgesehen. Um den nötigen Platz zu gewinnen soll die Mittelinsel schmäler gestaltet werde. Die Fußgänger-Radler-Querung parallel zu den Gleisen wird indes verbreitert.

Für die Heumadener ist das eine gute Nachricht, denn damit sind frühere Überlegungen, den Ortsteil auf der 65er-Tour auszulassen, vom Tisch. Das Paket soll zum einen den Bus zeitlich in die Spur bringen – an mindestens 90 Sekunden Gewinn glaubt Andreas Hemmerich. Zum anderen soll es die Hauptradroute 43 zwischen der Filderlinie und den Neckarvororten attraktiver machen. Auch Anwohnern soll das Ganze dienen, denn an der Bockelstraße gegenüber der Kirche, wo viele jetzt illegal parken, wird ein offizieller Parkstreifen gebaut. Hinzu kommt, dass auf der Strecke alle Busstopps barrierefrei werden. Gebaut werden soll nach aktuellem Planungsstand im Sommer 2019, denn schon zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 soll die längere 65er-Linie verkehren.

Zweifel an den Radlerzahlen

Das Gremium fand die Pläne in Summe gut, wenngleich es sich die 65er-Verlängerung schon eher wünschen würde. Fragezeichen gab es jedoch beim Radverkehr. Philipp Kordowich (CDU) zog in Zweifel, ob auf der fraglichen Strecke überhaupt so viele Radler unterwegs sind, „es wäre nicht der erste Radstreifen, der unbenutzt bleibt“. Auch Ulrich Storz (SPD) und Manfred Riesle (SÖS/Linke-plus) glaubten, dass vor allem Schüler sowieso über den Theodor-Schöpfer-Weg radelten. Andreas Hemmerich: „Es geht darum, Angebote zu schaffen, wir planen nicht nachfrageorientiert.“

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