Der Fernsehkoch Johann Lafer (rechts) wird mit dem Titel „Bart des Jahres“ ausgezeichnet und verspricht den Anwesenden, seinen Bart weiterhin anständig zu pflegen. Hier sehen Sie weitere Fotos von der Bart-WM: Foto: www.7aktuell.de | Oskar Eyb

Promintester Bartträger bei der Bart-Weltmeisterschaft in Leinfelden-Echterdingen ist Johann Lafer. Der Fernsehkoch wird mit dem Titel "Bart des Jahres" ausgezeichnet - wir haben die haarigen Fotos aus der Filderhalle.

Promintester Bartträger bei der Bart-Weltmeisterschaft in Leinfelden-Echterdingen ist Johann Lafer. Der Fernsehkoch wird mit dem Titel "Bart des Jahres" ausgezeichnet - wir haben die haarigen Fotos aus der Filderhalle.

Leinfelden-Echterdingen - 160 Zentimeter Spannweite misst der Vollbart von Elmar Weisser im ungestylten Zustand. Er ist ein alter Hase unter den Teilnehmern an der Bart-Weltmeisterschaft. An diesem Samstag in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) gibt es ihn im Doppelpack: Mit seiner Frau hat Weisser seinen Bart zu einem Mini-Doppelgänger drapiert. Eine kleine Figur mit Hut und gekringeltem Oberlippenbart sitzt knapp über seiner Schulter. Fünf Stunden lang waren sie mit Fön, Haarlack und Glätteisen am Werk.

Der vierfache Weltmeister hat sich gut vorbereitet: eine Woche wurde im Hause Weisser alles besprochen und geplant. Um das Gewinnen gehe es ihm trotzdem nicht. „Ich habe doch schon alles gewonnen, heute möchte ich Spaß mit den Leuten haben“, betont der 49-Jährige aus Brigachtal (Schwarzwald-Baar-Kreis). Weisser wird zweiter.

Die Deutschen sind die stärkste Nation unter den 300 Teilnehmern. Mehr als die Hälfte der 18 Titel in verschiedenen Bart-Klassen bleiben im Land. Auch Wolfgang Schneider ist seit drei Jahren nicht zu schlagen. Er gewinnt die Disziplin Schnauzbart Naturale. Vor 38 Jahren war der Lokalmatador aus Oppenweiler (Rems-Murr-Kreis) so begeistert von Tom Sellecks Oberlippenbart in „Magnum“, dass er sich - gemäß dem Vorbild - auch einen wachsen lies. „Hier in Schwaben würde man sagen, ich hab es dann vom Bärtle zum Meisterbart geschafft.“

Darauf ist der 57-Jährige stolz, denn so ein gepflegter Bart erfordert Disziplin. Wann immer er einen Spiegel sehe, schaue er hinein. Und natürlich habe er auch immer ein Taschentuch dabei - nur für den Fall. „Wahrscheinlich sind die Bartträger ein bisschen wie die Diven unter den Männern, sie schauen eben auf ihr Äußeres.“

Nicht alle Anwesenden sind so stolze Bartträger wie Schneider. Florian Gauder hat sich seinen Bart nur für diese WM wachsen lassen. Begeisterungsstürme bei Frau und Kindern blieben aus. Nicht das einzige Problem, denn „mal eben ein Eis oder einen Döner essen ist fast nicht drin, alles klebt im Bart und stinkt - vom Küssen brauchen wir nicht anfangen“, beschwert sich der 39-Jährige aus Stuttgart.

Gleich nach dem Wettbewerb kommt sein Vollbart wieder ab. Spaß an der Veranstaltung hat er trotzdem: „Es ist schon verrückt wie viele Menschen einen so weiten Weg gemacht haben, nur für dieses eine Wochenende, nur für diese Weltmeisterschaft.“

So auch Daniel Lawlor aus den USA. Mit einem 3D-Drucker erstellte er zwei Sterne, kühlte die gefertigten Formen mit Eiswürfeln und drapierte die Barthaare drum herum. Passend trägt er eine Brille in Sternenform, einen Anzug mit aufgestickten Sternen und goldene Schuhe. Der 25-Jährige fällt auf - und gefällt: er wird Weltmeister unter den Schnäuzern im Freistil.

Prominentester Bartträger ist in der Filderhalle Johann Lafer. Der Fernsehkoch wird mit dem Titel „Bart des Jahres“ ausgezeichnet und verspricht den Anwesenden, seinen Bart weiterhin anständig zu pflegen. Der schönste Effekt der Weltmeisterschaft sei für ihn, dass die „Welt hier einfach zusammen wächst“. Wolfgang Schneider findet Lafer gut: „Sein Bart passt zu ihm und das ist für jeden Bartträger das Wichtigste.“

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