Staatsgalerie-Direktorin Christiane Lange mit Banksy-Bild „Love is in the Bin“ Foto: swr

Andrang beim „Ortstermin“ der „Stuttgarter Nachrichten“ zu Banksy in der Staatsgalerie Stuttgart. Fast 200 Leserinnen und Leser waren dabei und erlebten Staatsgalerie-Chefin Christiane Lange spürbar beflügelt.

Stuttgart - „Alle suchen Banksy. Wir haben ihn“, wirbt die Staatsgalerie Stuttgart. Grund genug, vor Ort einmal nachzufragen, wie das Schredder-Bild „Love is in the Bin“ des weiterhin anonymen britischen Street-Art-Künstlers Banksy in der Staatsgalerie ankommt. Fast 200 Leserinnen und Leser unserer Zeitung erleben am Dienstagabend in unserer Veranstaltungsreihe „Ortstermin“ eine hörbar beflügelte Direktorin des Museums.

200 Prozent mehr Besucher in der Sammlung

„Seit 7. März, seit der Ankunft dieses besonderen Gastes, haben sich unsere Besucherzahlen in der ständigen Sammlung um 200 Prozent erhöht“, sagt Lange im Gespräch mit Nikolai B. Forstbauer, Autor der „Stuttgarter Nachrichten“ – darunter „erfreulich viele junge Menschen“. Und auch die Sonderveranstaltungen zu Banksy laufen bestens. Allein 800 Gäste hatte jüngst ein als „Weekend Warm-Up“ angekündigter Abend unter dem Titel „Von Banksy bis Beats“.

Banksy – Nachbar erst von Rembrandt, nun von Duchamp

Bewusst zeigt die Staatsgalerie das Banksy-Werk in wechselnden Dialogen. Ging es in der Nachbarschaft zu Rembrandt zum Auftakt um die Frage künstlerischer Markenausprägung, ist „Love is in the Bin“ nun neben Marcel Duchamp zu sehen. Warum? „Wir haben im Haus intensiv darüber diskutiert“, sagt Christiane Lange, „welche Fragen Banksy der Kunst und uns stellt. Dazu gehört auch die Frage, was Kunst zur Kunst macht und welche Rolle die Betrachter dabei spielen“. Eben dies sei ein zentrales Thema für den Kunst-Revolutionär ­­Duchamp gewesen.

Wirkung auch auf das ganze Haus

Zeigt Banksys „Love is in the Bin“ ­ damit auch in der Staatsgalerie selbst Wirkung? „Unbedingt“, sagt Christiane Lange. „Banksy hat unsere Dialoge über Fragen der Kunst und ihrer Vermittlung aktiviert“. Wohl auch deshalb, weil Banksy mit gleich zwei Auftritten bei der aktuellen Biennale in Venedig nicht nur beim Publikum für Gesprächsstoff sorgt, sondern auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Staatsgalerie. Und wo findet man nun Banksys „Love is in the Bin“? Die „Ortstermin“-Teilnehmer machen sich auf – in die Sammlungsräume der Staatsgalerie Stuttgart. Wer zu Banksy will, trifft Marcel Duchamp und dessen „Flaschentrockner“ – einen „Alltagsgegenstand, der zum Kunstwerk wurde“, wie Christiane Lange vorab erläutert.

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