In Heilbronn gibt es schon eine Niederflurstadtbahn – bald auch in Ludwigsburg? Foto: Archiv

Grünes Licht aus Stuttgart: Das Landratsamt kann die Stadtbahn zwischen Remseck, Ludwigsburg und Markgröningen planen. Bei den BRT-Schnellbussen der Stadt Ludwigsburg gibt es noch einige Hürden.

Ludwigsburg - Das neue Jahr hat kaum begonnen, und schon kann sich der Landrat Rainer Haas über eine gute Nachricht aus Stuttgart freuen: Der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann hat in diesen Tagen einen Brief an das Berliner Verkehrsministerium aufgesetzt. Darin heißt es: Das Land gibt 20 Prozent Fördergelder für eine Stadtbahn von Remseck bis nach Markgröningen. „Das ist ein wichtiger, entscheidender Schritt“, jubelt der Kreischef, „ich bin dem Minister dafür sehr dankbar. Jetzt kann geplant werden.“

Um die Bedeutung der Mitteilung aus Stuttgart einzuschätzen, ist ein Blick in das komplizierte Verfahren nötig, die ein solches Bahnprojekt mit sich bringt. Sollte eine Stadtbahn, wie immer sie auch aussehen sollte, in fünf oder zehn Jahren rollen, würde 60 Prozent der Bund, 20 Prozent das Land und 20 Prozent Landkreis und Städte bezahlen. Mit der Zusage des Landes kann man im Landratsamt jetzt genau planen, von wo die Bahn genau bis wohin fährt, wo sie hält und wie sie betrieben wird. „Wenn diese Detailplanung vorliegt, können die Kosten genau beziffert werden“, erklärt der Landrat. Diese Pläne werden dann in Berlin vorgelegt, wo es endgültig grünes Licht für das Projekt gibt.

Der Landrat macht Tempo bei der Stadtbahn

Das Tempo hat sich also ausbezahlt, das der Landrat seit dem historischen Kompromiss zwischen Stadt und Landkreis im Mai 2017 an den Tag gelegt hat. Damals hatte man beschlossen, dass das Landratsamt die Stadtbahn plant, das Rathaus ein Schnellbussystem und ergänzende Bahnlinien nach Esslingen und Leonberg.

Im Sommer hat die Kreisverwaltung den Antrag in Stuttgart für die Stadtbahn gestellt, jetzt kam das Plazet. Und wie sieht es bei der Stadt aus? Die erste geplante Schnellbusstrecke nach Remseck ist bislang in der Nachbarkommune nicht auf Gegenliebe gestoßen. Weitere schlechte Nachrichten für die nach Straßburger Vorbild Bus Rapid Transit (BRT) genannten Schnellbuslinien kommen jetzt aus Stuttgart: Demnach müsse laut Ministerium bei einer BRT-Linie genau geschaut werden, ob und was gefördert werde. So müsse der Schnellbus etwa eine eigene Spur haben.

Ludwigsburg plant Schnellbuslinien

Der Baubürgermeister Michael Ilk sieht das entspannt: „Gefördert wird, was eine erhebliche verkehrliche Verbesserung mit sich bringt.“ Das sei aber von Anfang an klar gewesen. Daher plane man derzeit intensiv an der BRT-Linie nach Remseck. Konkret wird überlegt, den Schnellbus über den Stadtteil Fuchsloch fahren zu lassen.

Zudem wolle man die Weststadt, Wüstenrot und Kornwestheim mit BRT-Bussen verbinden. Konkret wird auch die von OB Werner Spec vorgeschlagene Eisenbahnlinie nach Markgröningen geplant: Ein Halbstundentakt mit drei Minuten Wendezeit ist vorgesehen. „Dazu müssen wir noch eine Simulation machen“, sagt Ilk Als Konkurrenz zur Stadtbahn sieht er beide Vorhaben nicht: „Die Schnellbusse könnten dort fahren, bis die Stadtbahn kommt.“

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