Die Abrissarbeiten sollen am Montag, 28. Oktober, beginnen. Foto: Stoppel/Archiv

Alle hoch fliegenden Pläne für den Gebäudeveteranen beim Backnanger Bahnhof – etwa ein Partyschuppen für die Jugend – sind geplatzt. Jetzt entstehen zunächst Parkplätze. Die Abbrucharbeiten beginnen am 28. Oktober.

Backnang - Was ist mit Blick auf den alten Güterschuppen beim Backnanger Bahnhof in den vergangenen knapp 20 Jahren nicht alles vorgeschlagen worden: Ein großer Partyschuppen für junge und jung gebliebene Leute, das Domizil für die Techniksammlung der Stadt, ein Kulturzentrum mit Gastronomie und Räumen für Liveauftritte von Bands, neue Spielstätte der Spiegelberger Kleinkunstbühne Kabirinett des Mimen Thomas Weber. Alle diese mitunter hochfliegenden Pläne sind – einer nach dem anderen und mitunter kläglich – geplatzt.

Nun sind die Tage des Gebäudeveteranen aus dem 19. Jahrhundert gezählt, obwohl die Männer der Backnanger Verwaltungsspitze kurz nach dem Erwerb des Schuppens immer wieder erklärt hatten: Man habe den Schuppen sicherlich nicht von der Deutschen Bahn gekauft, um ihn dann abzureißen. Die Kommune hatte immerhin eine Million Euro hingeblättert. Zur Verwirklichung eines der schönen Projekte hätte die Stadt oder ein Investor – der nie gefunden wurde – nochmals eine Millionensumme auf den Tisch legen müssen, denn der Schuppen ist marode. Im Gebäude gibt es keinen elektrischen Strom, und brandschutztechnisch ist der Schuppen nicht up to date. Die potenziellen Investoren befürchteten offenkundig das sprichwörtliche Fass ohne Boden.

Abbruch kostet rund 250 000 Euro

Laut Mitteilung der Stadt rücken am Montag, 28. Oktober, die Arbeiter an, die den Güterschuppen abreißen. Diese Arbeiten würden sicherlich zwei Wochen lang dauern, sagt die Pressereferentin der Stadt, Christine Wolff, auf Anfrage. Nach vorsichtigen Schätzungen koste der Abbruch rund 250 000 Euro.

Genutzt werden solle das frei werdende Areal zunächst als „temporäre Parkfläche“, die zu einem späteren Zeitpunkt auch als Baustelleneinrichtung für den geplanten Abbruch des Fußgängerstegs und die Errichtung einer neuen Stadtbrücke über die Bahngleise dienen soll. Die aktuelle Planung sehe vor, die Bauarbeiten für diese Bahnhofsbrücke im Jahr 2021 zu starten. In den folgenden Jahren soll das gesamte Bahnhofsareal zu einer barrierefreien „Mobilitätsdrehscheibe“ umgestaltet werden. Geplant ist unter anderem ein moderner Omnibusbahnhof. Ziel sei es, „den Komfort und die Aufenthaltsqualität für die Fahrgäste und Besucher grundlegend zu verbessern“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

Verkehr wird umgeleitet

Um die Verkehrssicherheit auch während des Abbruchs gewährleisten zu können, müsse die Obere Bahnhofstraße in Richtung Innenstadt halbseitig gesperrt werden. Aus der Stuttgarter Straße kommend, bleibe es aber möglich, den Parkplatz beim Bahnhof anzufahren. Umgeleitet werde der Verkehr stadteinwärts über die Bahnhofstraße, über den Schillerplatz und die Stuttgarter Straße. Aus Richtung Adenauerplatz könnten die Verkehrsteilnehmer weiterhin wie gewohnt zum Backnanger Bahnhof gelangen.

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