Als Minister für „Ländlichen Raum“ hat sich Peter Hauk auch um den Wald zu kümmern. (Archivfoto) Foto: dpa/Felix Kästle

Mehr als zwei Fünftel der Waldfläche in Baden-Württemberg gelten als deutlich geschädigt. Minister Peter Hauk will dagegen vorgehen – mit Geld und neuem Personal.

Stuttgart - Die Baumkronen in den Wäldern Baden-Württembergs lichten sich so stark wie nie. Das geht aus dem aktuellen Waldzustandsbericht des Landes hervor, den Forstminister Peter Hauk (CDU) am Montag in Stuttgart vorstellte. „Die mittlere Kronenverlichtung stieg mit 27,5 Prozent auf den bisherigen Höchststand der Aufzeichnungen seit 1985“, erklärte Hauk. Gegenüber der bereits im Vorjahr angestiegenen Lichtung bedeute dies eine weitere Erhöhung um 2,6 Prozent.

„Insgesamt gelten damit aktuell 43 Prozent der Waldfläche im Land als deutlich geschädigt“, so der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Gründe seien extreme Dürren und Borkenkäfer, die die Bäume großflächig schädigten. Das zeige, dass der Klimawandel deutliche Auswirkungen auf die Wälder im Südwesten habe. „Auch Baumarten wie die Tanne, die seither als weitgehend klimatolerant eingestuft wurden, kommen nach zwei Trockenjahren in Folge an ihre Grenzen“, betont Hauk. Eichen und Buchen zeigten ebenfalls deutliche Schäden.

Mehr Personal für den Wald

Neben dem Waldzustandsbericht präsentierte Forstminister Hauk einen Notfallplan für Wald und Waldbesitzer in Baden-Württemberg. „Dieser hilft beim Wiederaufbau der geschädigten Wälder mit den richtigen Baumarten, die in Zeiten ungewisser Klimaentwicklungen ideal sind“, betonte er. Außerdem sollen mehr finanzielle Mittel und forstwirtschaftliches Personal zur Verfügung gestellt werden, um die Schäden zu beheben und die Wälder aufzuforsten. „Mit dem Notfallplan wird auch die Klimafolgenforschung aufgebaut und gesetzliche Hürden abgebaut“, so der Minister.

In den kommenden Wochen will das Land die sogenannte Waldstrategie 2050 erarbeiten. Sie soll ein Masterplan sein, mit dem längerfristig notwendige Maßnahmen ausgearbeitet und umgesetzt werden können. Peter Hauk betonte: „Das wird unter intensiver Einbindung aller Waldverbände erfolgen.“

Knapp 40 Prozent der Fläche Baden-Württembergs sind mit Wald bedeckt. Dieser erfüllt vielfältige Funktionen: Er speichert Kohlendioxid, bindet Feinstaub, produziert Sauerstoff, reguliert den Wasserhaushalt und schützt die Böden vor Erosion. Der Wald ist Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten und Arbeitsplatz für viele Menschen. „Ziel der Gesellschaft muss es sein, diesen einzigartigen Lebensraum in seiner Gänze zu erhalten“, erklärte der Forstminister.

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