Selbst bei wolkenverhangenem Himmel ist der Blick vom Hausener Felsen hinab ins Tal atemberaubend. Foto: Ines Rudel

Bei der Einweihung des ersten Löwenpfads am Hausener Felsen am Freitagabend regnete es immer wieder in Güssen. Doch trotz des schlechten Wetters beeindruckte die Landschaft mit ihrer markanten Schönheit.

Bad Überkingen - Der Lobgesang auf Bad Überkingen ist erst einmal im prasselnden Regen untergegangen. Die Natur gab dem Redner Matthias Heim, der Bürgermeister des Kurortes im oberen Filstal ist, am Freitagabend unmissverständlich zu verstehen, dass sie bei der Einweihung des ersten Löwenpfades im Kreis Göppingen ein Wörtchen mitzureden hat. Heim kapitulierte zunächst und überließ das Mikrofon Landrat Edgar Wolff, der die Situation souverän meisterte. Eigentlich übernehme normalerweise er die Schirmherrschaft, scherzte er. Doch nun bedürfe ausnahmsweise er selbst eines Schirmherrn.

Der Schauplatz für die Einweihung des ersten von insgesamt zehn vom Deutschen Wanderverband zertifizierten Löwenpfaden im Kreis Göppingen war perfekt gewählt: der Hausener Felsen, der sich bei Oberböhringen 751 Meter über dem Meeresspiegel erhebt. Bei klarer Sicht sind von dort aus die Alpen zu sehen, und auch unter einem wolkenverhangenen Himmel wie an diesem Abend ist das Panorama atemberaubend. Zwei Omnibusse hatten die Wanderer, darunter Bürgermeister, Kreisräte und Vertreter verschiedener Tourismusverbände, von Bad Überkingen nach Oberböhringen gebracht. Dann ging es zu Fuß auf der sogenannten Felsenrunde weiter. Der Weg zum Hausener Felsen führte an goldgelben Getreidefeldern und sattgrünen Maisplantagen vorbei, bevor er auf einen baumbeschatteten Trampelpfad entlang des Albtraufs einschwenkte. Nach anderthalb Kilometern empfingen Alphornklänge die Wanderer auf dem Hochplateau bei Oberböhringen.

Das Wappentier der Staufer

Also sprach der Landrat bei prasselndem Regen, dass es sich bei so einer schönen Landschaft lohne, in touristische Reize zu investieren. Er lobte den Kreistag, der den Mut gehabt habe, eine Freizeitwegekonzeption zu beschließen, deren Herzstück die geplanten zehn Qualitätswanderwege seien. Der Löwe als Symbol habe sich angeboten, sei er doch das Wappentier der Staufer und des Landes Baden-Württemberg. Darüber hinaus sei die Schwäbische Alb das Land des Löwenmenschen.

Viel Erfolg wünschte den Löwenpfaden Mike Münzing. Der Münsinger Bürgermeister ist Vorsitzender des Verbandes Schwäbische Alb Tourismus. Er hob das „Verbindende“ der 290 Albkommunen hervor. Der Löwenmensch stehe für Schaffenskraft, Ausdauer, Strahlkraft und für ein Brummen, das möglicherweise in Stuttgart zu hören sei. Von diesem Brummen hatte eingangs auch Heim gesprochen, der klagte, dass die Politik die kleineren Tourismusorte nicht genug unterstütze. Für Bad Überkingen sei es eine „Ehrensache“ gewesen, zusammen mit dem Kreis und dessen Tourismusbeauftragten Holger Bäuerle sowie verschiedenen Vereinen und Verbänden diesen ersten Löwenpfad auszuweisen.

Website ist geschaltet

Pünktlich zur Einweihung der Felsenrunde wurde eine Website geschaltet. Bis zum Jahresende sollen dort alle zehn Qualitätswanderwege zu finden sein, so der Tourismusbeauftragte Bäuerle. Die noch ausstehenden Löwenpfade müssten noch beschildert und markiert werden – eine Mammutaufgabe, die nur dank der Unterstützung vieler Freiwilliger zu schaffen sei. Nicht nur die Löwenpfade werden einheitlich beschildert, auch das gesamte 1100 Kilometer umfassende Wegenetz bekommt neue Schilder. 390 000 Euro lässt sich der Landkreis das kosten.

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