Auch im Aichstrutsee – hier ein Bild aus der Badesaison des vergangenen Jahres – kann wieder ohne Bedenken geschwommen werden. Foto: /7aktuell/Kevin Lermer

Die jüngsten Wasserproben sind ohne Beanstandungen. Deshalb wurden die Warnhinweise in der Badegewässerkarte aufgehoben. Zuletzt hatte es wegen des Hochwassers Anfang Juni Einschränkungen gegeben.

Die Überflutungen am 1. Juni hatten es auch für die offiziellen Badeseen im Rems-Murr-Kreis in sich, der mit sechs von elf Badegewässern sozusagen das Seen-Mekka der Region Stuttgart darstellt. Die Wächter der Wasserhygiene in Baden-Württembergs Badeseen hatten fünf von sechs Badeseen im Kreis in der just Anfang Juni erschienenen Badegewässerkarte trotz zugleich bescheinigter generell guter Wasserqualität einen Warnhinweis für potenzielle Badegäste verpasst.

„Wir raten aktuell davon ab, in den Badeseen im Rems-Murr-Kreis zu baden“, hieß es. „Aufgrund der starken Regenfälle und des Hochwassers kann es bei den Badeseen im Rems-Murr-Kreis zu Ein- und Abschwemmungen sowie zu Überflutungen gekommen sein. Dadurch kann die Wasserqualität beeinträchtigt werden. Auch herumtreibende Gegenstände können eine Gefährdung darstellen.“ Nur der Ziegeleisee, das Freibad in Schorndorf, blieb von dieser offiziellen Badewarnung verschont.

Erhöhte Trübung möglich Zum Ende dieser Woche sind sämtliche Warnhinweise für die Badegewässer im Kreis wieder aufgehoben worden. „Dem Badespaß steht daher nichts mehr im Wege“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Waiblinger Landratsamtes. Allerdings gibt es weiter kleinere Einschränkungen: „Unser Gesundheitsamt rät allerdings aufgrund der teilweise erhöhten Trübung und geringen Sichttiefe zur Vorsicht beim Einstieg ins Wasser.“

Gute Wasserqualität In der vom Landesministerium für Soziales, Gesundheit und Integration herausgegebenen aktuellen Badegewässerkarte Baden-Württemberg wird allen Badegewässern im Kreis nach wie vor mindestens gute Wasserqualität bescheinigt.

Den begehrten blauen Punkt für hervorragende Wasserqualität des Badegewässers haben hier – wie in den Vorjahren – der Ebnisee bei Kaisersbach, der Eisenbachsee bei Alfdorf, der Fornsbacher Waldsee bei Murrhardt sowie der Ziegeleisee in Schorndorf. Der Badesee in Plüderhausen und der Aichstrutsee bei Welzheim stehen in der Karte mit einem grünen Punkt – immerhin auch noch der Hinweis auf gute Wasserqualität.

Kleinere Probleme Beim Badesee in Plüderhausen sorgt immer wieder das verstärkte Auftreten von Blaualgen für Probleme, deshalb auch die aktuelle Bewertung lediglich mit grünem Punkt auf der offiziellen Gewässerkarte. Wie bei Ebnisee, Fornsbacher Waldsee, Eisenbachsee und Aichstrutsee folgt aber aktuell in den Erläuterungen lediglich noch der folgende Hinweis: „Bei geringer Sichttiefe und erhöhter Trübung im Wasser Vorsicht beim Einstieg in das Gewässer.“ Ansonsten heißt es dort, zurzeit lägen keine Meldungen vor. „Das Badegewässer kann ohne Einschränkungen genutzt werden.“

Sperrung im vergangenen Jahr Der Aichstrutsee in Welzheim war im vergangenen Jahr wegen eines erhöhten Aufkommens von Coli-Bakterien und Enterokokken gesperrt worden. Inzwischen sind die Werte zwar offenbar wieder im Normbereich angekommen – es reicht allerdings nur für den grünen Punkt. Trotzdem heißt es auch hier in den Erläuterungen der Badegewässerkarte, das Badegewässer bei Welzheim könne von Besuchern ohne Einschränkungen genutzt werden.

Wasserqualität top Insgesamt ist laut der aktuellen Übersicht die Wasserqualität in den Badeseen von Baden-Württemberg weiter auf einem Toplevel. Von den 314 in der Badesaison 2023 regelmäßig kontrollierten Badestellen sind demnach 97 Prozent zum Baden sehr gut oder gut geeignet, hat das Sozialministerium im Rahmen der Veröffentlichung der Gewässerkarte Anfang des Monats mitgeteilt.

Nur zwei von 314 Seen gesperrt Nur zwei Badestellen landesweit wurden als mangelhaft beurteilt. Dies ist einmal der Sunthauser See in Bad Dürrheim (Schwarzwald-Baar-Kreis). Dieser ist wegen erhöhter mikrobiologischer Belastung seit rund drei Jahren fürs Baden gesperrt. „Der See bleibt so lange für Badende gesperrt, bis Maßnahmen dazu durchgeführt wurden“, schreiben dazu die Experten für die Badewasserqualität. Der zweite rot eingestufte Badesee ist der Metzisweilerweiher in Bad Wurzach (Kreis Ravensburg). Dort wurden in den Wasserproben im August und September vergangenen Jahres erhöhte mikrobielle Gehalte festgestellt. Das Badegewässer sei nach offizieller Bewertung durch die EU als „mangelhaft“ einzustufen und zum Baden nicht geeignet, heißt es. Eine Neubewertung der Situation finde unter Berücksichtigung der Daten der Badesaison 2024 im Frühjahr 2025 statt.

Rote Punkte der Vergangenheit Im Rems-Murr-Kreis gab es unter anderem im Jahr 2007 Badeverbote wegen vorübergehender Verunreinigungen am Eisenbachsee und am Aichstrutsee. Zuvor gab es die letzten roten Punkte für Badegewässer im Kreis im Jahr 1999.