Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup kann künftig häufiger autonom fahren. Foto: dpa

Stuttgart und Ludwigsburg hatten bis zuletzt gehofft. Doch Verkehrsminister Winfried Hermann hat am Donnerstag entschieden, dass das Testfeld zum autonomen Fahren in Karlsruhe entstehen wird.

Stuttgart - Die Hoffnung der Städte Stuttgart und Ludwigsburg, auf den letzten Drücker doch noch den Zuschlag für das Pilotprojekt zum autonomen Fahren zu bekommen, haben sich zerschlagen. Einen Tag nach der kurzfristig anberaumten finalen Runde, in der sich alle drei Bewerber noch einmal vorstellen durften, teilte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) mit, dass das digitale Testfeld in Karlsruhe angesiedelt werde. Er folgte damit dem Votum einer Fachjury, die ebenfalls Karlsruhe den Vorzug gegeben hatte.

„Unter drei sehr guten Bewerbungen“ sei die der Region Karlsruhe die beste gewesen, betonte Hermann. Deren Konzept habe „auch durch seinen überregionalen Ansatz und seine breite Einbeziehung unterschiedlicher Mobilitätsangebote überzeugt“. Mit ausschlagegebend gewesen sei die „wissenschaftliche Expertise“ des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des dort angesiedelten Forschungszentrums Informatik (FZI), das das Gewinnerkonsortium führt. Zugleich kündigte der Minister Gespräche mit Stuttgart und Ludwigsburg an, um „in einer zweiten Phase geeignete Elemente aus deren Bewerbung mit dem digitalen Testfeld Baden-Württemberg zu verknüpfen“.

Kuhn und Spec reagieren sportlich

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) nahm die Entscheidung seines Parteifreunds Hermann sportlich. Er gratuliere Karlsruhe und freue sich, „dass im Rahmen der Entwicklung des Testfelds Stuttgart und Ludwigsburg mit eingebunden werden“. So könnten „wichtige Elemente aus unserer Bewerbung erprobt werden“. Mit der Entscheidung „können wir leben“, sagte auch der Ludwigsburger OB Werner Spec. Er kündigte an, das Thema autonomes Fahren zusammen mit Karlsruhe und Stuttgart auch beim Bund so verankern zu wollen, dass mehr Geld nach Baden-Württemberg fließe. Er sei zu diesem Zweck bereits mit mehreren einflussreichen Bundespolitikern, unter anderem mit dem aus Ludwigsburg stammenden verkehrspolitischen Sprecher der CDU, Steffen Bilger, im Gespräch.

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