Von der Great Ocean Road aus ist die berühmte Felsformation der Zwölf Apostel zu sehen. Foto: picture-alliance/

Extreme Wetterbedingungen setzen der Great Ocean Road zu. Jetzt soll die Straße überholt werden. An einer beliebten Stelle könnte sich ihr Verlauf ändern.

Melbourne - Sie gehört zur selben Kategorie wie das Great Barrier Reef, das Opernhaus in Sydney und der Uluru: Die Great Ocean Road ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Australiens. Jedes Jahr fahren sechs Millionen Touristen die Straße ab, um die wilde Küste und die berühmte Felsformation der Zwölf Apostel zu sehen.

Als australische Soldaten, die aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt waren, vor genau 100 Jahren begannen, die 243 Kilometer lange Straße mit Äxten, Schaufeln und Dynamit in den Felsen zu bauen, konnten sie sich wohl kaum vorstellen, welch symbolhafte Bedeutung sie eines Tages für ihr Land haben sollte. Die über 3000 Heimkehrer waren 13 Jahre, von 1919 bis 1932, mit dem Bau beschäftigt. Wie viele bei den Arbeiten ums Leben kamen, ist bis heute nicht geklärt.

In einer groß angelegten Aktion werden Brücken erneuert

Anfang des Jahres warnten Wissenschaftler und Ingenieure jedoch davor, dass Teile der Straße, die sich südöstlich von Melbourne an der zerklüfteten Küste des Landes entlangzieht, abstürzen könnten – wegen des steigenden Meeresspiegels, heftiger Stürme, Erosion. Laut der Experten wäre die Straße, die nahe am Meer und auf Primärdünen gebaut wurde, auch ohne den Klimawandel alle fünfzig bis hundert Jahre durch extreme Wetterbedingungen beeinträchtigt worden und von Erosion gefährdet gewesen. Der Klimawandel erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit.

Jetzt soll die Straße überholt werden. Lokale Medien nennen die Arbeiten einen „Roadwork Blitz“, der retten soll, was über Jahre hinweg vernachlässigt worden war. In einer groß angelegten Aktion werden Brücken erneuert, beschädigte Abschnitte der Straße wieder aufgebaut, Kreuzungen verbessert. Kletterer werden über die Klippen geschickt, um lose Steine ​​zu entfernen, und sieben neue Wetterstationen installiert, um die Bodenfeuchtigkeit an Orten mit hohem Erdrutschrisiko zu überwachen. Kopfzerbrechen verursacht den Experten aber die dramatische Stranderosion in Apollo Bay, einem der beliebten Küstenorte an der Great Ocean Road. Sie befürchten, dass man sich hier entweder für den Strand oder die Straße entscheiden muss. Fällt die Entscheidung zugunsten des Strands bedeutet das, dass die Straße verlegt werden muss.

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