Das Stadtmuseum Wendlingen zeigt, wie der Schmied gearbeitet hat Foto: Horst Rudel

Das Stadtmuseum Wendlingen zeigt den „Schmied als Universalhandwerker“ noch bis Ende August.

Wendlingen - Wie der Schreiner kann’s keiner“, lautet ein Sprichwort. Das Pendant zum Schreiner auf dem Gebiet der Metallverarbeitung ist früher der Schmied gewesen. Das Stadtmuseum Wendlingen widmet sich derzeit diesem heute selten gewordenen Beruf. Die Sonderausstellung „Der Schmied als Universalhandwerker“ ist noch bis Sonntag, 25. August, zu sehen.

Schwerter bilden den Mittelpunkt der Ausstellung

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf einer großen Auswahl von Schwertern. Präsentiert werden beispielsweise ein französischer Kavalleriesäbel von 1874 und ein japanisches Samuraischwert Seipuko. Auch die russische Waffenschmiedekunst ist mit einer Dragoner-Schaschka vertreten. Hinzu kommen mehrere mittelalterliche Schwerter aus Damaszenerstahl. Die größte Waffe ist ein Zweihandschwert, wie es im 16. Jahrhundert benutzt worden ist.

Hellebarden, eine Hakenbüchse mit Luntenschloss und eine kleinere funktionsfähige Kanone auf einer Lafette runden das Arsenal in der Ausstellung ab. Bei Edmund Graebers Exponaten handelt es sich um handgefertigte Replikate von historischen Waffen. Die Objekte hat der Schmied aus Kirchheim-Ötlingen selbst geschmiedet und gefertigt. Gerade die Schwerter aus Damaszenerstahl stellen heute eine Besonderheit in der Schmiedehandwerkskunst dar.

Hauptgeschäft war das Beschlagen von Pferden und Kühen

Doch beschränkt sich die Schau nicht ausschließlich auf Waffen. Denn das Hauptgeschäft des Schmieds war früher das Beschlagen von Pferden und Kühen gewesen. Und so präsentiert die Ausstellung beispielsweise auch orthopädische Hufeisen für Pferde mit Hufeisenfehlstellungen. Und eine Egge ist ein weiteres Zeugnis dafür, dass die Schmiede in erster Linie nicht für kriegerische Zwecke gearbeitet haben, sondern vor allem für die Landwirtschaft produziert haben. Im Stadtmuseum Wendlingen sieht der Besucher auch, welche Werkzeuge für die Arbeit des Schmieds nötig waren – etwa ein Amboss und ein Schmiedehammer.

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