Das iranische Paar war am Samstag in Amsterdam zwischengelandet, als sie das Einreiseverbot traf. Vier weitere Iraner waren mit ihnen gestrandet, allerdings weigerte sich nur das Paar, zurück zu fliegen.(Symbolbild) Foto: AFP

Nach fünf Tagen im Transitbereich am Amsterdamer Flughafen darf ein iranisches Paar nun doch nach Washington fliegen. Der 68-Jähriger und seine Frau hatten die Rückkehr nach Teheran verweigert.

Den Haag - Nach fünf Tagen im Transitbereich des Amsterdamer Flughafens Schiphol darf ein iranisches Ehepaar nun doch in die USA einreisen. Wie die niederländische Fluggesellschaft KLM am Donnerstag mitteilte, sollten der 68-Jährige und seine zehn Jahre jüngere Frau noch am selben Tag nach Washington fliegen. Sie waren am Samstag gerade in Schiphol zwischengelandet, als das von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreiseverbot für Bürger aus sieben muslimischen Ländern in Kraft trat.

Fünf Tage im Transitbereich

Warum für Abdolgasem Eschagi und seiner Frau Kobra Alisadeh eine „Ausnahme“ gemacht wurde, war zunächst unklar. Eine Sprecherin der US-Botschaft in Den Haag sagte lediglich, sie könne Einzelfälle nicht kommentieren. KLM-Sprecherin Manel Vrijenhoek erklärte, man habe sich mehrfach bei den zuständigen US-Behörden für das Paar eingesetzt. Nach Angaben aus der Teheraner Verwandtschaft wollte das Paar seine Tochter in Washington besuchen, die dort Computerwissenschaften studiert. „Sie haben ihre Tochter seit fünf Jahren nicht mehr gesehen und sind sehr froh darüber, dass sie nun weiterreisen dürfen“, hieß es. Mit Eschagi und seiner Frau waren vier weitere Iraner am Amsterdamer Flughafen gestrandet. Im Gegensatz zu den anderen weigerte sich das Paar aber, wieder nach Teheran zurückzufliegen. Laut der Zeitung „De Volkskrant“ verbrachte es auch die Nächte im Transitbereich, bis ihm schließlich am Mittwochabend ein Hotelzimmer angeboten wurde.

Trump hatte am Freitag per Dekret verfügt, dass Bürger aus dem Irak, Iran, Libyen, Somalia, Syrien, Sudan und Jemen 90 Tage lang keine Visa für die USA erhalten. Flüchtlingen aus aller Welt ist die Einreise für 120 Tage untersagt, syrischen Flüchtlingen sogar auf unbestimmte Zeit. Trump will nach eigenen Angaben striktere Überprüfungsmechanismen ausarbeiten lassen, um „radikale islamische Terroristen“ aus den USA fernzuhalten.

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